Elektronikindustrie
Elektronikriese NEC streicht 20 000 Jobs

Der weltweite Stellenabbau geht weiter. Wobei der Elektronikkonzern NEC nun besonders drastisch die Reißleine zieht. Mehr als 20000 Arbeitsplätze will das Unternehmen abbauen. Und auch wenn Konkurrent Hitachi weit weniger Stellen streichen will, sind 7000 Jobs, die dem Rotstift zum Opfer fallen sollen, immer noch eine Hohe Zahl. Japans Elektronikkonzerne stehen am Abgrund.

HB TOKIO. Die Weltwirtschaftskrise und der Höhenflug des Yen treffen auch Japans Elektronikindustrie hart. Konzernriesen wie NEC , Hitachi und Fujitsu mussten ihre Ertragsprognosen für das noch bis zum Ende März laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen und kündigten am Freitag zum Teil drastische Stellenstreichungen an. Allein bei NEC fallen angesichts erwarteter Milliardenverluste bis zum März 2010 weltweit mehr als 20 000 Voll- und Teilzeitstellen weg. Wegen des Yen-Höhenflugs und Absatzeinbußen erwartet das Unternehmen nun einen Verlust von netto 290 Mrd. Yen (2,5 Mrd Euro) statt eines im Oktober noch angepeilten Gewinns von 15 Mrd. Yen. Im Vorjahr hatte NEC noch einen Ertrag von 22,7 Mrd. Yen erwirtschaftet.

Auch Japans umsatzstärkster Elektrokonzern Hitachi rechnet mit einem Rekordverlust und streicht beziehungsweise verlegt mindestens 7000 Stellen. Bis Ende März dürfte ein Verlust von netto 700 Mrd. Yen anfallen. Im Oktober war noch ein Gewinn von 15 Mrd. Yen (126 Mio Euro) erwartet worden. "Wir haben seit November eine Verschlechterung mit beispielloser Geschwindigkeit gesehen", sagte Hitachi-Präsident Kazuo Furukawa. Als Unternehmen sei es äußerst wichtig, die Beschäftigung zu sichern. "Aber wir können es nicht vermeiden, bestimmte Maßnahmen zu treffen, wenn unsere Geschäfte so drastisch sinken", sagte er. Dies wurde als Hinweis verstanden, dass selbst Festangestellte entlassen werden könnten.

Auch Konkurrent Fujitsu erwischt die Absatzkrise schwer. Wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März ein Verlust von netto 20 Mrd. Yen anfallen statt eines im Oktober noch erwarteten Gewinns von 60 Mrd. Yen. Der Umsatz dürfte sich nur noch auf 4,7 Billionen und nicht 5,05 Billionen Yen belaufen. Auch Fujitsu leidet unter dem Preisverfall und das verschlechterte Geschäft mit PC, Handys und anderen Elektronikteilen.

Dass die gesamte Elektronikbranche unter der Krise leidet, zeigt auch Toshiba. Der Unternehmensriese hatte am Vortag erstmals seit sieben Jahren rote Zahlen für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Und auch Sony rechnet mit dem ersten operativen Verlust seit 14 Jahren, und zwar von 260 Mrd. Yen. Unter dem Strich dürfte ebenfalls ein Verlust von 150 Mrd. Yen anfallen statt des im Dezember veranschlagten Gewinns von 150 Mrd. Yen.

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