Elektronikkonzern mit Gewinnrekord
Chip-Boom führt Samsung in neue Höhen

Südkoreas Elektronikkonzern Samsung hat einen neuen Superhelden: Dank seiner Chipsparte pulverisierte der größte Handyhersteller der Welt seinen bisherigen Gewinnrekord. Die Bilanz zeigt nur wenige Schwächen.
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TokioSeit Donnerstag wissen die Anleger genau, wie Samsung Electronics im abgelaufenen Quartal seinen alten Gewinnrekord pulverisiert hat. Verantwortlich ist vor allem die hohe Nachfrage nach Speicherchips für mobile Geräte, die die Preise für die kleinen Halbleiter und damit die Profite aller Chiphersteller in die Höhe getrieben hat. Dies geht aus der detaillierten Quartalsbilanz hervor, die das Unternehmen am Donnerstag drei Wochen nach einer ersten Bilanzschätzung veröffentlicht hat.

Im Fall von Samsung, Weltmarktführers von NAND-Speicherchips, schoss der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Dreifache auf acht Billionen Won (6,1 Milliarden Euro) empor. Zugleich verzwölffachte sich der Gewinn der Displaysparte auf 1,7 Billionen Won. Denn Smartphone-Hersteller verbauen immer mehr Displays aus organischen Leuchtdioden (Oled), bei denen Samsung derzeit Monopolist ist.

Da sich zugleich die Mobilsparte nach einem Debakel um explodierende Akkus seines einstigen Flaggschiffs Galaxy Note 7 erholt hat, lag der operative Gewinn Samsungs im zweiten Quartal mit 14,1 Billionen Won um satte 72 Prozent höher als vor Jahresfrist - und um 40 Prozent höher als beim bisherigen Rekordquartal im Jahr 2013.

Der Reingewinn stieg sogar um 89 Prozent auf elf Billionen Won (8,4 Milliarden Euro). Noch imposanter sieht nur die Gewinnspanne aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 61 Billionen Won. Samsung fuhr damit eine operative Gewinnmarge von 23 Prozent ein, ein Wert, der unter klassischen Elektronikkonzernen seinesgleichen sucht, Unter Smartphone-Herstellern wird er nur von Apple übertroffen.

Die gute Nachricht für Aktionäre ist, dass Samsungs Gewinnsträhne kurzfristig andauern dürfte. Denn die Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips dürften in den kommenden Monaten hoch bleiben, sagen Analysten voraus. Und Samsung ist in der besten Position, davon stärker als die Rivalen zu profitieren. Denn ausgerechnet die zweit- und drittgrößten Hersteller Toshiba und dessen Joint-Venture-Partner SanDisk streiten sich um den Verkauf von Toshibas Chipsparte.

Der Toshiba muss seine lukrativste Sparte verkaufen, um nach der Pleite seiner amerikanischen Atomkraftwerkssparte Westinghouse wieder Eigenkapital aufzubauen. Aber die Verhandlungen stocken, weil SanDisks Eigner Western Digital juristisch den Verkauf der Sparte an andere Bieter verhindern will. Damit kann Toshibas Management im Gegensatz zu Samsungs nicht frei agieren und in die Zukunft investieren.

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