Elektronikkonzern plant Ausgliederung
Sanyo-Halbleitersparte soll auch an die Börse

Nicht nur Infineon will seine Halbleitersparte ausgliedern und an die Börse bringen. Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Sanyo Electric hat für seinen verlustreichen Geschäftsbereich ähnliche Pläne um neues Kapital für Investitionen zu generieren.

HB TOKIO. Der Geschäftsbereich könne als unabhängige Einheit wettbewerbsfähiger sein, begründete Sanyo am Freitag die seit langem erwartete Entscheidung. Die Halbleitersparte hatte sich seit 2004 nicht mehr erholt - damals wurde eine der größten Chipfabriken des Konzerns in Japan durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Seither stellt die Sparte eine der größten Herausforderungen für Sanyo dar.

„Das Chip-Geschäft kostet eine Menge Geld“, sagte der Chef der Halbleitersparte, Teruo Tabata, auf einer Pressekonferenz in Osaka. „Es ist meine Absicht, an die Börse zu gehen.“ Einen Termin für die Platzierung nannte er jedoch nicht. Die Ausgliederung solle im Juli über die Bühne gehen. Die Konzernspitze wies indes Medienspekulationen zurück, die Ausgliederung des verlustreichen Halbleitergeschäfts sei ein erster Schritt hin zu einem Verkauf der Sparte.

Analysten werteten die Entscheidung auch als Schritt, um den Mutterkonzern wieder wettbewerbsfähiger zu machen. „Sanyo ist stark im Geschäft mit analogen Geräten und hat viele gute Ingenieure“, sagte ein Analyst von Deutsche Securities. Wenn das Unternehmen sich auf diese Felder konzentriere, stünden die Chancen gut, Investoren zu finden. Japans drittgrößter Hersteller von Verbraucherelektronik war zuletzt Kooperationen mit Finnlands Nokia und Taiwans Quanta Computer eingegangen, um gemeinsam Mobiltelefone beziehungsweise Flachbildfernseher herzustellen.

In der Halbleitersparte ist Sanyo im internationalen Vergleich ein relativ kleiner Produzent - das Unternehmen hält mit einem Umsatz von rund zwei Mrd. Dollar nur knapp ein Prozent des Weltmarktanteils. Mitte vergangenen Jahres waren in der Halbleitersparte noch 17 000 Personen beschäftigt. Seitdem wurden Stellen abgebaut und die Produktion nach unten geschraubt. In einem Sanierungsplan hatte der in Osaka ansässige Konzern im November drastische Schritte angekündigt und den Konzernumbau zusammen mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung als letzte Chance bezeichnet.

In Tokio hatten Händler die Bekanntgabe bereits erwartet. Sanyo-Papiere gingen in einem nahezu unveränderten Marktumfeld um 0,9 Prozent fester aus dem Handel.

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