Elektronikkonzern
Sharp schreibt Rekordverluste

Sharp hat enorme Probleme. Das Geschäftsjahr endete mit einem Rekordverlust von 3,5 Milliarden Euro, das laufende Jahr dürfte nicht viel besser werden. Grund dafür sind vor allem zwei Branchen.
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TokioSharp nimmt einen Rekordverlust im Kauf, um schnell auf das boomende Geschäft mit Smartphones und Tablet-Computern aufzuspringen. Im großen Werk Kameyama-2 werden Produktionslinien umgerüstet, um statt großer Fernsehbildschirme kleinere Touchscreen-Displays herzustellen. Dabei hofft Sharp mit der neuen IGZO-Technik auf einen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz.

Zunächst einmal brachte der Umbau aber Kosten von 117,11 Milliarden Yen (rund 1,1 Mrd Euro) mit sich. Das trug zum Rekordverlust von 376,08 Milliarden Yen (3,5 Mrd Euro) in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr bei. Sharp hatte rote Zahlen in dieser Größenordnung bereits vor zweieinhalb Wochen in Aussicht gestellt.

Neben der Flaute im Geschäft mit LCD-Fernsehern lief es auch beim zweiten Standbein Solartechnik schlechter. Der Umsatz sank um 18,7 Prozent auf 2,46 Billionen Yen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte noch ein Gewinn von 19,4 Milliarden Yen in den Büchern gestanden.

Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet das in Osaka ansässige Unternehmen damit, in der Verlustzone zu bleiben. Allerdings soll sich der Fehlbetrag auf 30 Milliarden Yen deutlich reduzieren. Der Umsatz dürfte demnach um 9,9 Prozent auf 2,7 Billionen Yen zulegen.

Die IGZO-Technik (von Indium Gallium Zinc Oxide) soll eine bessere Bildqualität bei dünneren Bildschirmen und niedrigerem Stromverbrauch bieten. Dem Vernehmen nach hatte Apple bereits einen Milliardenbetrag in eine Produktionslinie bei Sharp investiert und wollte die Displays für sein neues iPad von den Japanern beziehen. Wegen Produktionsproblemen sei Apple jedoch zunächst beim bisherigen Zulieferer Samsung geblieben. Inzwischen stieg der iPhone- und iPad-Fertiger Foxconn groß bei Sharp ein und will einen erheblichen Teil der LCD-Bildschirme abnehmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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