Elektronikkonzern unter Stress
Philips spaltet sich und kassiert Gewinnerwartung

Die Sparten bleiben bestehen, ob alle Jobs erhalten werden, scheint ungewiss: Der Elektronikkonzern Philips spaltet sich in zwei Teile auf. Die Niederländer kommen einfach nicht zur Ruhe - das zeigt auch die Prognose.
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AmsterdamDer niederländische Elektronikkonzern Philips will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Die Bereiche Gesundheit und Konsumelektronik, die gemeinsam 15 Milliarden Euro Umsatz generieren, sollen zunächst zusammengefügt werden und danach getrennt von der rund sieben Milliarden Euro schweren Lichtsparte operieren. Das kündigte der Konzern am Dienstag überraschend in Amsterdam an. Die Sparte Lichttechnik solle unter der Marke Philips eine eigene Gesellschaft werden und Optionen für „alternative Eigentümerstruktur und direktem Kapitalmarktzugang“ ausloten.

Außerdem verwies der Konzern auf das gemeinsame Potenzial von Gesundheitsprodukten und Elektronik für den Privatgebrauch, etwa in Form von Wearables. Viele Konsumenten wollen diese nutzen, um ihre eigenen Körperparameter wie Schlafrhythmus oder Herzfrequenz besser im Blick zu haben. Analysten schätzen, dass sich der Konzern verstärkt auf das Gesundheitsbusiness konzentrieren will. Philips-Aktien legten zu Börsenbeginn um drei Prozent zu.

Beide Unternehmen sollen trotz der Aufspaltung zunächst weiter den Namen Philips tragen und ihren Sitz in den Niederlanden haben, betonte Vorstandschef Frans van Houten. Die neue Struktur solle im nächsten Jahr 100 Millionen Euro einsparen und 2016 weitere 200 Millionen Euro. Van Houten, der 2011 die Führung bei Philips übernommen hatte und den Elektronikkonzern seitdem im Konkurrenzkampf mit General Electric und Siemens auf profitable Geschäftsfelder zu konsolidieren versucht, schloss den Verlust von Arbeitsplätzen nicht aus.

„Ich bin mir des Ausmaßes unserer Entscheidung bewusst, doch es ist die richtige Zeit, um diese Entscheidung zu treffen“, sagte van Houten vor Investoren.

Ende Juni hatte Philips bereits angekündigt, die Produktion von LED-Bestandteilen und Autoleuchten zu verkaufen. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern schon die Unterhaltungselektronik und die TV-Sparte abgestoßen.

Zugleich kündigte Philips an, dass die Gewinnziele für 2014 nicht erreichen werden können. Der operative Ertrag werde in der zweiten Jahreshälfte leicht unter dem Niveau des Vorjahres bleiben. Als Grund nannte Philips den Produktionsstopp in einem US-Werk für Medizintechnik, der den Konzern mit rund 100 Millionen Euro belaste.

Philips will seine Beleuchtungssparte nun bis 2016 auf eigene Füße stellen. Mit dieser Entscheidung folgen die Niederländer anderen Herstellern wie etwa Siemens, die bereits vergangenes Jahr ihre Beleuchtungssparte abgespalten hatten. Der Markt für Beleuchtungsprodukte, den Philips momentan anführt, befindet sich laut CEO van Houten stark im Wandel. Von einer Nachfrage nach grundlegenden Beleuchtungssystemen gehe der Trend hin zu komplexeren Systemen und Services, so van Houten. Darauf könne man am besten reagieren, wenn man die Sparte separiere und strategisch scharf ausrichte.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Philips? Philips(Fernseher) hat zwar Ambilight als Einziger, aber warum muß Philips so teuer (Apotheke ist ein Biligladen) sein??

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