Entlassener Manager
Yahoo zahlt Super-Abfindung – und lästert öffentlich

Ein Ex-Manager des Internetportals Yahoo erhält 58 Millionen Dollar Abfindung. Firmenchefin Mayer war unzufrieden mit dem Mann, der das Anzeigengeschäft aufmöbeln sollte. Yahoo keilt öffentlich gegen den Geschassten.
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San FranciscoPflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht sind in der Regel eine langweilige Lektüre. Doch im Falle des „Preliminary Proxy Statement“ des US-Internetportals Yahoo bietet sich ein Einblick, welche Folgen ein zerrüttetes Verhältnis innerhalb eines Vorstands haben kann – und welche Absurditäten Anstellungsverträge für Vorstände beinhalten können.

Auf Seite 82 des Dokuments steht die schlagzeilenträchtige Zahl: 57,96 Millionen Dollar (42 Millionen Euro). So hoch ist die Abfindung, die der ehemalige Vorstand Henrique de Casto nach seinem Rauswurf beim Internet-Konzern Mitte Januar erhalten hat. Die Höhe erinnert an Super-Abfindungen, für die vor allem die Finanzbranche in den vergangenen Jahren viel Kritik einstecken musste.

Doch nicht nur die Summe ist außergewöhnlich. In dem Dokument kartet Yahoo gegen den ehemaligen Google-Manager nach. Der Vergütungsausschuss des Verwaltungsrates habe für das Jahr 2013 beschlossen, dass „Mr. de Castro's Bonus null“ betragen werde. Der Manager „habe nicht die Leistungsstandards erfüllt, um einen jährlichen Bonus für 2013 zu erhalten.“

Die von Google zu Yahoo gewechselte Konzernchefin Marissa Mayer hatte ursprünglich große Stücke auf de Casto gehalten und ihn im Herbst 2012 an Bord geholt. Doch nur 15 Monate später – im Januar dieses Jahres – setzte sie den Vorstand für das operative Geschäft vor die Tür. Er hatte das Ziel verfehlt, das Werbegeschäft von Yahoo anzukurbeln. Stattdessen bastelt Mayer etwa an dem Vorhaben, die Suchmaschine Google von Apple Smartphones zu verdrängen.

De Castros Rauswurf kommt Yahoo teuer zu stehen und bringt auch juristischen Ärger. Seit März ist eine Aktionärsklage anhängig, die Geldverschwendung bei der kalifornischen Firma anprangert. De Castro habe sich ungerechtfertigt bereichern können. Yahoo will beantragen, die Klage abzuweisen.

Der Grund für die gigantische Abfindung: De Castro hatte bei seiner Anstellung darauf bestanden, bei Google erworbene Bonus-Ansprüche etwa durch Aktien übernehmen zu dürfen. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses schätzte Yahoo deren Wert auf 17 Millionen Dollar. Doch vor allem durch den zwischenzeitlichen Kursanstieg der Yahoo-Aktie kletterte der Wert des Vergütungspakets auf fast 58 Millionen Dollar.

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Allein 30.000 Dollar für ungenutzten Urlaub

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