Entlassungen nicht ausgeschlossen
Wincor Nixdorf stellt sich auf Kurzarbeit ein

Wincor Nixdorf stellt sich auf schlechtere Zeiten ein: Trotz zuletzt stabiler Geschäfte des Geldautomatenherstellers, fürchtet das Unternehmen die Folgen der Wirtschaftskrise. Daher würden derzeit alle Kosten auf den Prüfstand gestellt und Vorbereitungen für Kurzarbeit getroffen, bestätigte ein Konzernsprecher am Samstag. Selbst Entlassungen werden nicht ausgeschlossen.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Das Ziel, im laufenden Geschäftsjahr Umsatz und operativen Gewinn auf Vorjahresniveau zu halten, gelte aber unverändert. Wincor-Chef Eckard Heidloff hatte in einem Interview mit „Euro am Sonntag“ sogar Entlassungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Bevor es zur Kurzarbeit kommt, will der Konzern aber erst einmal Arbeitszeitkonten abbauen, wie der Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Wir müssen uns bereit halten und Vorsorge treffen, falls sich die Lage verschärft, flexibel zu reagieren.“ Es sei spürbar, dass Banken und Handel unter Druck stünden. Sie investierten zwar nach wie vor in Rationalisierungen, wovon der Paderborner Konzern profitiere. Neuanschaffungen würden aber verschoben. Nach den Worten von Wincor-Chef Heidloff haben manche Kunden Schwierigkeiten mit der Finanzierung. „Vor allem in Osteuropa ist das der Fall. Wir müssen kämpfen, um unser Jahresziel zu schaffen“, sagte er „Euro am Sonntag“. Insgesamt sei die Unsicherheit größer geworden. „Wir fahren derzeit auf Sicht.“

2007/08 hatte Wincor Rekordwerte erzielt: Der Umsatz erreichte 2,3 Mrd. Euro, das Ebita 206 Mio. Euro. Auch der Start ins neue Geschäftsjahr verlief überraschend stark. Das Unternehmen hatte im Januar für das erste Quartal (per Ende Dezember) einen Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 646 Mio. Euro ausgewiesen; das operative Ergebnis (Ebita) kletterte um acht Prozent auf 56 Mio. Euro. Netto verdiente Wincor mit 35 Mio. Euro sogar neun Prozent mehr. Dennoch hatte Heidloff schon zu Jahresbeginn betont, dass Wincor auf Dauer wohl nicht von der Wirtschaftskrise verschont bleibe.

Gänzlich pessimistisch ist der Konzernchef trotzdem nicht, da er auch Chancen wittert - etwa, was kleinere Übernahmen angeht. „Interessant sind technologische Ergänzungen, etwa Beratungs- oder Softwarefirmen“, betonte Heidloff. „Große Deals sollten Sie aber von uns nicht erwarten.“

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