Entlastung für Yang
Yahoo-Aktionäre unterstützen ihre Führung

Die Anteilseigner von Yahoo haben sich im Streit um die Übernahme durch Microsoft überraschend klar hinter die Führung des Internetkonzerns gestellt. Der umstrittene CEO und Firmengründer Jerry Yang wurde am Freitag bei der Hauptversammlung mit 85 Prozent der Stimmen entlastet.

HB SAN JOSE. Auch die übrigen Mitglieder des Direktoriums wurden deutlich bestätigt, selbst die Manager, die wegen großzügiger Vergabe von Aktien-Optionen in die Kritik geraten waren. Die Übernahme war am Widerstand der Yahoo-Führung gescheitert. Verwaltungsratschef Roy Bostock wehrte noch einmal die Vorwürfe einiger Großinvestoren wie Carl Icahn ab: Yahoo sei offen für die Kaufangebote des Softwareriesen gewesen, beteuerte er vor der Abstimmung, an der im kalifornischen San Jose Investoren mit fast 76 Prozent der Anteile teilnahmen. "Es lag aber nie ein überzeugendes Angebot auf dem Tisch. Das ist während des ganzen Prozesses nicht geschehen." Microsoft wies die Einschätzung zurück: "Yahoo versucht einmal mehr, die Geschichte umzuschreiben."

Microsoft hatte Yahoo zunächst für etwa 47 Milliarden Dollar ganz kaufen wollen. Als Yahoo ablehnte, strebte der Softwaregigant den Kauf eines 16-Prozent-Anteils sowie die Übernahme des Yahoo-Suchmaschinengeschäfts an. Doch auch dieses Vorhaben scheiterte. Daraufhin stoppte Microsoft die Verhandlungen und setzte ebenso wie Icahn auf eine Ablösung der aktuellen Yahoo-Führung um Yang, der einen Verkauf stets abgelehnt hatte.

Das Management steht zudem wegen des im Vergleich mit dem Konkurrenten Google schlechten Börsenkurses in der Kritik. Am Dienstag hatte Yahoo nachbörslich einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal veröffentlicht, mit seinem Festhalten an seiner Geschäftsprognose für das Gesamtjahr aber dennoch die Märkte für sich eingenommen. Am Freitag rutschte der Börsenkurs auf 19,80 Dollar und lag damit nicht weit über dem Wert von 19,18 Dollar, bei dem die Aktie zum Zeitpunkt des Microsoft-Angebots Anfang Februar notiert hatte. Microsoft wollte zuletzt 33 Dollar je Aktie bezahlen. Google-Aktien kosten derzeit fast 468 Dollar.

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