Entscheidung des Aufsichtsrates
Telekom wählt Balz doch in den Vorstand

Kehrtwende beim Aufsichtsrat der Deutschen Telekom: Den neu geschaffenen Vorstandsposten für das Ressort Datenschutz übernimmt nun doch Manfred Balz. Er war am vergangenen Wochenende noch abgelehnt worden. Die Entscheidung ist auch ein Sieg für Vorstandschef René Obermann, der Balz damals vorgeschlagen hatte.

DÜSSELDORF. Nach den gravierenden Datenschutzpannen bei der Deutschen Telekom soll Manfred Balz als neuer Vorstand eine Wiederholung solcher Vorfälle vermeiden. Der Aufsichtsrat berief Balz am Dienstag zum Datenschutzvorstand, wie das Unternehmen mitteilte. Balz war ein Kandidat von Telekom-Chef René Obermann. Vergangene Woche hatte sich der Aufsichtsrat nicht auf die Besetzung des Postens einigen können.

Balz war bisher Chefjustiziar des Konzerns. Das neue Vorstandsressort war in der vergangenen Woche auf Vorschlag des Vorstands eingerichtet worden. Die Zahl der Vorstandsmitglieder erhöht sich damit auf sieben. Die Telekom reagiert damit auf die Serie von Datenpannen, die den Konzern in den vergangenen Wochen erschüttert hatte. Der 63-Jährige war von Telekom-Chef René Obermann für den Posten favorisiert worden.

Der neue Vorstandsposten bringt Änderungen in den Zuständigkeiten auf Vorstandsebene mit sich: Recht war bislang bei Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick angesiedelt, für Konzernsicherheit insgesamt war Festnetzvorstand Timotheus Höttges zuständig.

Das Image des Bonner Konzerns ist durch eine Reihe von Datenpannen angekratzt. Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Datendiebstahl. Erst am Wochenende räumte die Telekom eine Sicherheitslücke im Zugriff auf die Kundendatenbank der Mobilfunktochter T Deutschland-Mobile ein. Das Leck ist aber nach Angaben des Konzerns mittlerweile geschlossen.

Unter Beschuss steht der Konzern auch wegen der im Mai bekannt gewordenen Bespitzelung von Kontakten zwischen Aufsichtsräten zu Journalisten. Die Ermittlungen dauern an. Obermann hatte auch mehr Transparenz versprochen. Im Internet will die Telekom künftig in Abstimmung mit den Behörden über kritische Datenschutzvorgänge informieren. Die Kunden sollen informiert werden, sobald Missbrauch festgestellt wird.

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