Entwicklerkonferenz I/O

Mit welchen Projekten Google die Welt verändern will

Google plaudert bei der Entwicklerkonferenz I/O aus dem Nähkästchen: Der Suchmaschine-Konzern präsentiert gleich mehrere Projekte, die die Welt verändern sollen – oder grandios scheitern könnten.
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In dem Stoff wurden Metallfäden verwoben, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Quelle: AFP
Messebesucher probieren Jacquard Stoff aus

In dem Stoff wurden Metallfäden verwoben, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren.

(Foto: AFP)

San FranciscoDer Misserfolg der Datenbrille Glass hält Google nicht davon ab, mit großem Risiko an Zukunftsprojekten zu arbeiten - und diese Vorhaben auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco plauderte die Chefin der Google-Abteilung „Advanced Technologies & Projects“ (ATAP), Regina Dugan, aus dem Nähkästchen.

Die Spanne der Zukunftsprojekte von Google reicht von einem Miniradar für die Smartwatch, das filigrane Fingerbewegungen entdecken kann, bis hin zu smarten Klamotten, mit denen der Homo Digitalis in der Zukunft seine Gerätschaften steuert.

Da leistungsfähige Mikroprozessoren immer kleiner werden, passt inzwischen nicht nur eine Uhr ans Handgelenk, sondern ein ausgewachsener Computer. Allerdings setzt das Format einer Armbanduhr auch der Größe des Bildschirms und damit der Bedienung mit den Fingern eine natürliche Grenze.

Google unter Glas
Futuristisches Hauptquartier
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Google plant ein futuristisches Hauptquartier in Kalifornien unter gigantischen Glasdächern. Die zentrale Idee des Projekts sei Büroraum, den man frei umgestalten könne, erklärte der Internet-Konzern in einem Blogeintrag.

Internationales Architekten-Team
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Innerhalb der langgezogenen Glaskuppeln sollen mehrstöckige Büroflächen nach Belieben umgebaut werden können – etwa wenn Teams für neue Produkte gebildet werden. Die Federführung bei dem Projekt haben der dänische Architekt Bjarke Ingels und der Brite Thomas Heatherwick.

Zentrale in Mountain View
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Google wurde von den Gründern Larry Page und Sergey Brin einst in einer kalifornischen Garage gestartet. Aktuell sind die Google-Büros auf mehrere Gebäude-Komplexe in Mountain View verteilt, die früher von anderen Technologiefirmen genutzt wurden.

Geplante Apple-Zentrale
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Google ist damit das nächste Schwergewicht der Online-Wirtschaft, das sich ein ambitioniertes neues Hauptquartier geben will. Apple baut bereits an einem riesigen kreisförmigen Gebäude in Cupertino, das Ende 2016 bezugsfertig sein soll.

Geplante Amazon-Zentrale
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Der Online-Händler Amazon plant in Seattle eine Zentrale in großen Glassphären, für das Entwürfe von dem renommierten Architekturbüro NBBJ stammen. Für Facebook entwarf der Stararchitekt Frank Gehry ein Haus mit bepflanztem Dach. (Foto: NBBJ)

Fertigstellung 2020
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Wenn die nötigen Genehmigungen erteilt werden, sollen die ersten neuen Gebäude von Google am heutigen Sitz in Mountain View voraussichtlich zum Jahr 2020 fertig sein. Allerdings gibt es im Stadtrat von Mountain View einige Vorbehalte. So sagte ein Mitglied dem US-Sender ABC, man müsse die Folgen für den bereits starken Verkehr berücksichtigen und etwas gegen den Wohnraum-Mangel tun.

Die Google-Forscher sind auf der Suche nach einer bequemen Steuerung der Funktionen des tragbaren Computers im „Project Soli“ auf die Idee gekommen, mit einem winzigen Radar die Bewegungen einer Hand mit allen filigranen Fingergesten zu erfassen.

Ivan Poupyrev, der technische Leiter der ATAP-Abteilung, führte vor, wie er mit einer Drehbewegung von Daumen und Zeigefinger in der Luft die Uhrzeit der Smartwatch auf die Minute genau einstellen konnte, ohne einen Drehschalter oder eine Krone berühren zu müssen. In dem Gesten-Radar steckt auch Know-how aus Deutschland: Bei der Entwicklung des winzigen Funk-Moduls hat Google mit dem deutschen Chip-Hersteller Infineon zusammengearbeitet.

Ein anderes Moonshot-Projekt von Google, „Project Jacquard“, führte Poupyrev nach London zu einem Edel-Schneider in der Savile Row. Dort ließ sich der Google-Manager eine Anzugjacke aus einem Stoff nähen, den er zuvor von einem Spezialunternehmen in Japan hatte anfertigen lassen. In dem Stoff wurden Metallfäden verwoben, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Dieser „smarte“ Stoff kann wiederum auch zur Steuerung von Mobilgeräten eingesetzt werden.

Um das „Project Jacquard“ nicht in eine exklusive Nische abdriften zu lassen, suchte sich Google Unterstützung beim Bekleidungsriesen Levi Strauss. Der Hersteller der Levi's-Jeans will zusammen mit Google einen Weg finden, die smarten Bekleidungsstücke massentauglich zu machen. Levis's verfüge über das Know-how bei der Herstellung der Stoffe und der Kontrolle der gesamte Lieferkette. Nun sei man auf Ideen der Entwickler angewiesen, um coole Anwendungen zu entwerfen, sagte Levi's-Manager Paul Dillinger.

Der unknackbare Safe
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