"Er will einfach sein Geld zurück"
Kirch Media präsentiert: Der Racheengel

Am Mittwoch könnte im Duell Leo Kirch gegen die Deutsche Bank ein wichtiges Urteil fallen. Mit einer Prozessflut hält der gescheiterte Medienunternehmer das Institut in Atem.

"Sekretariat.“ Nur das eine Wort steht in schwarzen Großbuchstaben auf dem Messingschild am Eingang des Geschäftshauses in der Münchener Kardinal-Faulhaber-Straße. Kein Name, kein Zusatz, keine Erklärung. Niemand soll wissen, wer hier residiert.

Wer sich indes vor dem Eingang postiert, der muss auf die einstige Größe der deutschen Wirtschaft meist nicht lange warten. Noch fast jeden Tag schaut er hier vorbei, in seinem Stadtbüro, das ihm als eine Art letzter Trutzburg bei seinem Rachefeldzug gegen das vermeintlich Böse dient. Die Rede ist von Leo Kirch, 78, und seinen scharfen juristischen Attacken gegen die Deutsche Bank und deren Ex-Chef und amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf-E. Breuer. Es sind Angriffe vor Gerichten in München, Frankfurt und New York, die die Bank und Breuer viel Geld und Reputation kosten könnten.

Obwohl schwer zuckerkrank und fast blind, sei der gescheiterte Medienunternehmer noch immer „hellwach“, berichten Vertraute. Zehn Mitarbeiter und Sekretärinnen arbeiten ihm weiter zu. „Er ist zutiefst davon überzeugt, dass ihm wirtschaftlicher Schaden zugefügt worden ist. Er will einfach sein Geld zurück“, sagt jemand, der ihn gut kennt.

Tatsächlich hat Kirch seit der Insolvenz seines Imperiums im Frühjahr 2002 fast alles verloren. Zusammen mit seinem Vertrauten und Exgeschäftsführer Dieter Hahn kämpft er nun um Wiedergutmachung. Und überzieht seit fast drei Jahren das mächtigste deutsche Geldhaus mit immer neuen Klagen. Am heutigen Mittwoch könnte es ein erstes Urteil geben, wenn das Amtsgericht Frankfurt über Kirchs Anfechtungsklage gegen die Hauptversammlungsbeschlüsse der Deutschen Bank im Jahr 2003 entscheidet.

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