Erhebliche Investitionen
Gruner + Jahr baut die Marken aus

Der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr (G+J) will eine Delle im Ergebnis bis zum Jahresende wieder ausgleichen.

HB HAMBURG. „Wir haben erheblich investiert, sowohl in neue Titel als auch in die Drucktechnik“, sagte Vorstandschef Bernd Kundrun am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. „Und weil wir Vollgas gegeben haben, ist auch unser Spritverbrauch gestiegen.“

So erkläre sich, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 132,5 auf 110,7 Millionen Euro zurückgegangen sei. Für das Gesamtjahr sei dennoch mit einem steigenden Gewinn zu rechnen, da sich Anlaufverluste für verschiedene Projekte in Gewinne verwandeln würden.

„Wir sind weiter in der Investitionsphase, aber die Schwerpunkte verlagern sich etwas“, sagte Kundrun. Während die vergangenen Monate vor allem von Akquisitionen im Ausland sowie von der Expansion im Druckbereich und der Entwicklung neuer Titel geprägt gewesen seien, stehe nun der Ausbau der Medienmarken im In- und Ausland stärker im Vordergrund. Unter dem Motto „expand your brand“ (erweitere deine Marke) sucht G+J nach Möglichkeiten, seine Zeitschriften als „Themenleuchttürme“ über das klassische Magazingeschäft hinaus auszudehnen.

Ein Beispiel sind Hörbücher, die von der „Brigitte“ aufgelegt wurden. Das größte Projekt, das der Hamburger Großverlag in der nächsten Zeit publizistisch in der Pipeline hat, ist eine wöchentliche Frauenzeitschrift in Frankreich, die gemeinsam mit Ex- Vorstand Axel Ganz entwickelt wurde.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 15,1 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. „Damit haben wir unsere Position als Europas größtes Zeitschriftenhaus sowie Deutschlands führendes Verlagshaus weiter ausgebaut“, sagte Kundrun. G+J habe seine Marktanteile in den Anzeigenmärkten Deutschlands und Frankreichs erweitern können. So nahmen die Anzeigenerlöse in Deutschland bei G+J um 13,7 Prozent zu, während der Werbemarkt der Publikumszeitschriften nur um 9,4 Prozent zulegte. Wegen statistischer Effekte durch Veränderungen in der Konzernstruktur - G+J hatte im vergangenen Jahr sein USA-Geschäft verkauft und die Verlagsgruppe Motorpresse in Stuttgart erworben - werde das Wachstum zum Jahresende etwas geringer als bei der Halbjahresbetrachtung ausfallen und rund zehn Prozent betragen.

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