Erholung im Kerngeschäft setzt sich fort
Reuters über Erwartungen

Den seit mehr als drei Jahren anhaltenden Umsatzrückgang hat der internationale Nachrichten- und Informationskonzern Reuters nach eigenen Angaben nahezu gestoppt.

HB LONDON. Nach noch leichten Einbußen im Kerngeschäft mit Finanzdaten und Nachrichten im ersten Quartal rechnet das Unternehmen für das laufende zweite Vierteljahr bereits mit einem Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Im gesamten Vorjahr hatte Reuters noch elf Prozent Umsatz verloren. Die am Mittwoch in London veröffentlichten Geschäftszahlen fielen noch etwas besser als erwartet aus, so dass Analysten nun bereits für das laufende Jahr wieder mit einem Umsatzwachstum rechnen. Die Reuters-Aktie legte am Mittwoch knapp ein Prozent auf 4,13 Pfund zu.

Reuters-Chef Tom Glocer gab sich in einer Telefonkonferenz mit Blick auf 2005 dennoch zurückhaltend. Wenn sich der aktuelle Trend fortsetze, sei ein Wachstum keine völlig unangemessene Einschätzung für das Gesamtjahr, die Reuters aber derzeit trotz des guten ersten Quartals nicht bestätigen wolle, sagte er. „Wir sind gut in das Jahr gestartet mit positiven Netto-Verkäufen in jedem Monat und Markteinführungen neuer Produkte“, sagte Glocer. „Wir haben auch gute Fortschritte bei strategischen Initiativen gemacht.“

Die Einnahmen im Kerngeschäft gingen auf vergleichbarer Basis um 1,4 % auf 530 Mill. Pfund (779 Mill. €) zurück. Analysten hatten mit 1,45 % Einbußen gerechnet. Glocer hatte Mitte Februar noch ein Minus von 1,5 % in Aussicht gestellt. 2004 war das Unternehmen mit einem Umsatzsatzrückgang von 8,4 % gestartet. Im laufenden Quartal rechnen Analysten nur noch mit 0,36 % weniger Umsatz.

Zu einem möglichen Verkauf des Anteils von 62 % an der elektronischen Handelsplattform Instinet gibt es Reuters zufolge noch keine Entscheidung. Die Verkaufsgespräche dauerten noch an, teilte das Unternehmen in London mit. Als Interessent gilt Branchenkreisen zufolge die US-Technologiebörse Nasdaq. Die jahrelang verlustreiche Handelsplattform hatte 2004 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. In Medienberichten war zuletzt ein möglicher Verkaufspreis von 1,8 Mrd. Dollar (1,38 Mrd Euro) genannt worden.

Reuters hat nach eigenen Angaben 2004 den Marktanteil bei den bei Banken und anderen Kunden insgesamt installierten Bildschirmterminals weltweit auf dem Vorjahresniveau von 37 % gehalten. Bei seinem wichtigsten Produkt „3000 Xtra“ zur Nachrichten- und Finanzdatenübermittlung habe Reuters im Vergleich zum unmittelbaren US-Konkurrenten Bloomberg einen Prozentpunkt Marktanteil gewonnen.

Reuters hatte Anfang 2005 nach dem erneuten Umsatzrückgang im vorigen Jahr auf knapp 2,9 Mrd. Pfund eine baldige Rückkehr auf einen Wachstumskurs in Aussicht gestellt. Der Konzerngewinn war dank eines auf drei Jahre angelegten Kostensenkungsplanes bereits stärker als erwartet auf 357 Mill. Pfund gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%