Erholung langsamer als erwartet
Trendwende im westeuropäischen ITK-Markt

Der westeuropäische Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) liegt offenbar wieder im Plus. Bis Ende des Jahres würden die Umsätze in Westeuropa voraussichtlich um ein Prozent steigen, so der Branchenverband Bitkom. Die Erholung sei jedoch langsamer als bislang erwartet.

HB FRANKFURT. Der Vorsitzende der Bitkom-Geschäftsführung, Bernhard Rohleder, führte die nur langsame Erholung am Mittwoch in Frankfurt auf den später als noch im Frühjahr erwarteten einsetzenden konjunkturellen Aufschwung zurück. Allerdings sei die Talsohle nach dem Geschäftseinbruch im Jahr 2002 erreicht, da die Branche sowohl in Deutschland als auch in Westeuropa im laufenden Jahr wieder moderat wachse. „Die Trendwende ist erreicht“, sagte Rohleder. Deutschland gewinne wieder Anschluss an die übrigen westeuropäischen Länder, die bereits im laufenden Jahr deutliches Wachstum aufwiesen.

Bei seinen Marktprognosen bezog sich der Branchenverband Bitkom auf bisher unveröffentlichte Daten des European Information Technology Observatory (EITO). Demzufolge werden die deutschen Unternehmen der ITK-Branche im laufenden Jahr ein Nullwachstum (0,1 %) verzeichnen und im kommenden Jahr ihre Umsätze um 2,2 % auf 134 Mrd. € steigern können. Mitte Juli hatte Bitkom ein Branchenwachstum von höchstens 0,5 % in Aussicht gestellt, nach plus 0,8 % im März.

Trotz Verzögerung bei der Erholung der Konjunktur äußerte sich der Bitkom-Geschäftsführer zuversichtlich. „Die Stimmung wird trotz weiteren Arbeitsplatzabbaus deutlich besser“, sagte Rohleder. Im Jahr 2005 könne die Beschäftigtenzahl sogar wieder steigen, da die Branche dann erneut schneller als die Gesamtwirtschaft wachse.

Langsamer als bislang erwartet wird laut EITO auch das Branchenwachstum in Westeuropa verlaufen. Im laufenden Jahr werden die ITK-Unternehmen 590 Mrd. € und damit ein Prozent mehr als 2002 absetzen. Im Jahr 2004 soll das Marktvolumen auf 609 Mrd. € steigen, was einem Zuwachs von 3,1 % entspricht. Im März hatte EITO noch Zuwachsraten von 2,5 % für dieses Jahr und von 4,1 % für das Jahr 2004 in Aussicht gestellt. „Die Nachfrage nach ITK-Produkten ist zunehmend konjunkturabhängig“, begründete EITO die revidierten Prognosen. Die Einkäufer gingen sehr selektiv vor.

Die ITK-Branche leidet nach der unter anderem durch den Jahrtausendwechsel ausgelösten Boomphase unter einer Investitionszurückhaltung. Die einst mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten verwöhnte Branche war im vergangenen Jahr in Deutschland um 2,7 % und in Westeuropa um 0,8 % geschrumpft.

Die unter anderem von der Europäischen Kommission unterstützte Organisation EITO wird von mehreren europäischen Branchenverbänden wie Bitkom und führenden Industriemessen wie der Cebit in Hannover getragen. Im Frühjahr und im Herbst jeden Jahres veröffentlicht EITO Prognosen über die Entwicklung der ITK-Branche, die in Deutschland knapp 6,5 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.

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