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Ericsson offenbar vor Marconi-Übernahme

HB LONDON/STOCKHOLM. Der schwedische Telekomausrüster Ericsson steht nach Angaben aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen vor der Übernahme seines britischen Wettbewerbers Marconi. Das Ergebnis der Gespräche könnte in den nächsten Wochen angekündigt werden, hieß es in den Kreisen. Auch die britische Zeitung "Sunday Telegraph" berichtet von Übernahmeplänen. Danach werde Ericsson voraussichtlich innerhalb der kommenden zehn Tagen eine Offerte für Marconi vorlegen. Sprecher von Marconi und Ericsson wollten sich nicht dazu äußern.

Die Zeitung „Financial Mail“ berichtete unterdessen ohne Quellenangabe, dass Ericsson Marconi mit bis zu 1,3 Mrd. Pfund (1,9 Mrd. €) bewerte. Dies ist etwa doppelt so hoch wie der derzeitige Marktwert des Unternehmens. Allerdings sei ein Abschlag wegen des hohen Verlustes der Gesellschaft und hoher Pensionsverpflichtungen wahrscheinlich. Nach einer Übernahme sollten 80 Prozent von Marconi bei Ericsson verbleiben und der Rest veräußert werden, berichtete die Zeitung.

   

Bislang galt der chinesische Telekomausrüster Huawei Technologies als wahrscheinlichster Käufer für das britische Unternehmen. Marconi hatte Anfang August Gespräche mit möglichen Käufern bestätigt, ohne etwas zur Identität der Interessenten zu sagen. Der Konzern war nach dem Verlust eines lukrativen Vertrags mit der BT Group in Schwierigkeiten geraten.

  

Dem Bericht zufolge hat sich die britische Regierung gegen eine Übernahme von Marconi durch Huawei ausgesprochen. Ein Verkauf an die Chinesen sei nicht im Interesse von Großbritannien, schreibt die Zeitung. Interesse an Marconi wurden auch Siemens und Alcatel nachgesagt.

Marconi erholt sich derzeit von einer Beinahe-Pleite im Jahr 2001, hatte aber im Frühjahr einen Rückschlag erlitten, als sich die britische BT für einen anderen Lieferanten zur Modernisierung ihres Netzes entschied. Danach hat das Unternehmen den Abbau von 800 Stellen angekündigt.

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