Erlös fürs Kerngeschäft
Sony verkauft ein Drittel seiner Finanzsparte

Der Elektronikkonzern Sony veräußert sein Finanzsegment: Bank, Versicherung und Vermögensverwaltung gehen an die Börse und sollen zu knapp einem Drittel neue Besitzer finden, den Erlös möchte Sony ins Kerngeschäft investieren. Tokio steht damit wohlmöglich vor dem größten Börsengang des Jahres.

fmk TOKIO. Der japanische Elektronikkonzern Sony plant anscheinend den Teilverkauf seiner Finanzsparte. Im Oktober wolle das Unternehmen seine Tochter Sony Financial Holdings in Tokio an die Börse bringen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo aus Unternehmenskreisen.

Damit könnte dem Handelsplatz im Herbst der größte Börsengang des Jahres bevorstehen: Der für den Verkauf vorgesehene Anteil von 30 Prozent wäre rund 300 Mrd. Yen wert (knapp zwei Mrd. Euro). Sony würde den Erlös dann für Investitionen in Schlüsselgeschäften wie Flachfernsehern einsetzen, hieß es. Auch die Ausgabe zusätzlicher Anteilsscheine durch Sony Financial im Zuge des Verkaufs stehe in der Diskussion.

Die Finanzsparte, die unter einem anderen Logo in anderer Farbe als die Elektroniksparten auftritt, gliedert sich in die Lebensversicherung Sony Life, den Kranken- und Sachversicherer Sony Sonpo und die Sony Bank. Derzeit läuft das Zulassungsverfahren für einen vierten Geschäftsbereich: Sony Bank Securities soll sich der Vermögensverwaltung widmen.

Die Sony Bank ist eine Direktbank, bietet hier jedoch das komplette Spektrum von Bankdienstleistungen an – wie die holländische Diba oder die deutsche Comdirect. Die Kunden können Geldautomaten von Kooperationspartnern nutzen. Die Sachversicherungssparte Sony Sonpo bietet unter anderem Kfz-Versicherungen oder private Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse an, speziell Krebsvorsorgeversicherungen. In der alternden Gesellschaft gilt gerade der Gesundheitsbereich als lukrativ, er hat bloß reichlich wenig mit Sonys Kerngeschäft mit elektronischer Unterhaltung zu tun. Auch Sony Life ist ein normaler Lebensversicherer ohne Bezug zu den Produkten, für die der Markenname berühmt ist, sei es der Musikspieler Walkman, Spielkonsolen wie die Playstation 3, Kinofilme wie Spiderman 3 oder Handys.

Sony Financial trug im vergangenen Geschäftsjahr 650 Mrd. Yen zum Umsatz der Gruppe bei, 12,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Beitrag zum operativen Gewinn lag bei 84 Mrd. Gewinn, was ordentlich mithalf, den Verlust der Spielesparte von 232 Mrd. Yen auszugleichen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bis 30. Juni stieg der Umsatz der Financial Services im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp die Hälfte auf 185 Mrd. Yen, der Gewinnbeitrag lag allein im Quartal bei 34 Mrd. Yen. Das gute Ergebnis machten vor allem Buchgewinne möglich, die das Unternehmen mit Wandelanleihen erzielte. Außerdem konnte die Branche höhere Prämien durchsetzen. Auch die Lebensversicherungssparte lief zuletzt sehr gut mit einer elffachen Gewinnsteigerung. Zur Sachversicherung und der Bank sagte Finanzvorstand Nobuyuki Oneda nur: „Beide Bereiche haben sich gut geschlagen.“

Den Börsengang betreut den Quellen zufolge die Investmentbank Nomura zusammen mit JP Morgan Stanley.

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