Ermittlungen der EU-Kommission Google droht Rekordstrafe im Android-Kartellverfahren

Googles Betriebssystem Android dominiert auf dem Smartphone-Markt. Ein EU-Verfahren stehen nun vor dem Abschluss – für Google könnte es teuer werden.
Update: 07.06.2018 - 12:31 Uhr Kommentieren
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Google hatte die Vorwürfe der EU-Kommission immer wieder zurückgewiesen. Quelle: dpa
Android-Maskottchen auf dem Google-Gelände

Google hatte die Vorwürfe der EU-Kommission immer wieder zurückgewiesen.

(Foto: dpa)

BrüsselDer seit Jahren tobende Kampf der EU-Kommission gegen die Marktdominanz von Googles Smartphone-Betriebssystem Android steht einem Bericht zufolge kurz vor dem Abschluss. Das berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager werde das Ergebnis ihrer Ermittlungen in den kommenden Wochen bekanntgeben.

Das Android-System wird bei Google entwickelt und anderen Smartphone-Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit einem Marktanteil von 80 Prozent dominieren mit Android ausgestattete Geräte den Smartphone-Markt.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns bestimmte Programme vorinstallieren müssen, zum Beispiel die Google-Suche und den Web-Browser Google Chrome. Außerdem sieht sie ein Problem darin, dass Anbieter von Smartphones mit Google-Diensten daran gehindert werden, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen.

Google hatte die Vorwürfe der EU-Kommission immer wieder zurückgewiesen. So kontert das Unternehmen, kein Hersteller werde gezwungen, Apps des Konzerns auf seine Geräte zu laden, und die vorinstallierten Dienste könnten auch mühelos durch andere ersetzt werden. Nach Auffassung von Google berücksichtigen die Brüsseler Kartellwächter unter anderem nicht, dass Android im Wettbewerb mit Apples iPhone-System iOS steht.

Wie hoch die Strafe der EU ausfallen wird, sei noch offen. Theoretisch wären bis zu elf Milliarden Dollar möglich – also zehn Prozent des Jahresumsatzes der Google-Mutter Alphabet. In der Regel fallen die Strafen aber niedriger aus.

Der US-Konzern Alphabet hatte 2017 mit 2,4 Milliarden Euro die bisher höchste Strafe in einem EU-Wettbewerbsverfahren auferlegt bekommen. In diesem Verfahren war es um den Missbrauch der Marktmacht bei Suchmaschinen und der Weiterleitung zu Online-Shops gegangen. Die Ermittlungen hatten insgesamt sieben Jahre in Anspruch genommen.

Bei dem seit 2016 laufenden Android-Verfahren soll es jetzt schneller gehen. Zudem ermittelt die EU-Kommission seit knapp zwei Jahren auch gegen Google wegen des Machtmissbrauchs bei Werbeanzeigen.

Die EU-Kommission und Google wollten den Bericht der „Financial Times“ nicht kommentieren.

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