Ermittlungen der EU-Wettbewerbskontrolleure
EU durchsucht Intel-Büros

Die EU-Kommission hat im Zuge des EU-Wettbewerbsverfahren gegen Intel am Dienstag europaweit Büros des weltgrößten Chip-Herstellers durchsuchen lassen - darunter auch das Büro von Intel Deutschland in München.

HB BRÜSSEL/SANTA CLARA. Mitarbeiter der europäischen und nationaler Wettbewerbsbehörden seien an den Durchsuchungen beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Durchsucht wurden den Angaben zufolge auch Büros von Computerherstellern und Vertriebsgesellschaften. „Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem laufenden Wettbewerbsverfahren“, sagte er. Ein Sprecher von Intel am Stammsitz in Santa Clara (Kalifornien) bestätigte die Durchsuchungen und betonte, der Konzern kooperiere mit den Behörden. Das Unternehmen habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Der US-Chiphersteller AMD hat die Durchsuchungen von Büros des Konkurrenten Intel begrüßt. Wie das Unternehmen am Dienstag in Brüssel mitteilte, schränkte Intels illegales Verhalten zu lange die Wahlfreiheit von Kunden und Verbrauchern ein. Intel habe die Preise künstlich hoch gehalten und die Durchsetzung technisch überlegener Lösungen verhindert. „Wir haben dazu über Jahre hinweg der EU-Kommission umfangreiches Beweismaterial geliefert“, sagte Jens Drews, Sprecher für AMD in Europa.

Im März hatte die Kommission erklärt, sie ermittle gemeinsam mit den japanischen Behörden gegen Intel. Die japanischen Wettbewerbshüter haben Intel vor unfairen Geschäftspraktiken gewarnt. Sie werfen dem US-Unternehmen vor, den Wettbewerb auf dem japanischen Chip-Markt zu unterdrücken. Im vergangenen Monat hatte Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) nach eigenen Angaben in Japan zwei Klagen gegen Intel eingereicht. AMD fordert wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das japanische Kartellrecht Schadensersatz in Höhe von 55 Mill. Dollar.

Dies sind lediglich die jüngsten Klagen von AMD in einem seit rund zwei Jahrzehnten andauernden Streit mit dem größeren Rivalen. Auch vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware reichte AMD zuletzt Klage ein. Intel habe 38 Unternehmen - darunter Dell und Sony - genötigt, dem Chip-Hersteller 90 % der Umsätze mit Mikroprozessoren zu überlassen. Die japanische Kartellbehörde FTC hatte im März bereits festgestellt, Intel habe gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen. Das Unternehmen habe fünf Computerherstellern Rabatte gewährt - im Gegenzug für eine Limitierung des Verkaufs von Chips anderer Hersteller wie von AMD.

„Ich kann bestätigen, dass EU-Vertreter in verschiedenen Intel-Büros in Europa am 12. Juli Durchsuchungen durchgeführt haben, die Teil der andauernden Ermittlungen rund um Intels Geschäftspraktiken sind“, sagte Konzern-Sprecher Chuck Malloy. Nähere Informationen zu den Ermittlungen machte er nicht, fügte aber hinzu: „Wir glauben, dass unsere Geschäftspraktiken sowohl fair als auch rechtmäßig sind.“

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