Erneuter Kurseinbruch Angry-Birds-Macher Rovio im Sturzflug

Der Wettbewerb für Spiele auf mobilen Geräten ist hart. Angry-Birds-Entwickler Rovio erlebt deshalb einen Kurseinbruch – nicht zum ersten Mal.
Update: 22.02.2018 - 16:17 Uhr Kommentieren
Der Umsatz des Angry-Birds-Entwicklers Rovio legte um 17 Prozent auf 73,9 Millionen Euro zu. Quelle: AP
Angry-Birds-Figuren

Der Umsatz des Angry-Birds-Entwicklers Rovio legte um 17 Prozent auf 73,9 Millionen Euro zu.

(Foto: AP)

HelsinkiDie Firma hinter dem Smartphone-Spiel „Angry Birds“ hat auf einen Schlag rund die Hälfte ihres Börsenwerts verloren, weil die Prognose für das laufende Jahr die Investoren enttäuschte. Das finnische Spielestudio Rovio stellte für 2018 einen Umsatz von 260 bis 300 Millionen Euro in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit 337 Millionen gerechnet hatten.

Außerdem kündigte Rovio eine Investition von 10 bis 15 Millionen Euro in ein Cloud-basiertes Games-Angebot an, die das Ergebnis drücken werde.

Die Reaktion der Anleger fiel harsch aus: Die Aktie fiel zum Nachmittag um gut 50 Prozent auf knapp fünf Euro. Beim Börsengang im September waren die Aktien noch für 11,50 Euro platziert worden und Rovio war damit insgesamt rund 900 Millionen Euro wert.

Mit dem Hammer auf den Berg
Get over it
1 von 5

Ein Mann im Topf besteigt einen Berg mit einem Vorschlaghammer. Das klingt verrückt und macht wahnsinnig. „Getting Over It” von Bennett Foddy kann als Geniestreich oder auch als völlig irre beschrieben werden. Tatsächlich versucht darin ein Mann, dessen Unterkörper in einem dicken Kochtopf steckt, sich mit einem großen Hammer über diverse Hindernisse zu ziehen. Das ist nichts für Grobmotoriker.

Frust und Freudentränen liegen hier nah beieinander, denn nach der Bewältigung eines unüberwindbar scheinenden Vorsprungs im Berg kann schon die nächste harmlose Kante wieder für den Fall in die Tiefe sorgen. Jazz, Klassik und Motivationssprüche versuchen dann, Spieler wieder zu beruhigen. Denn der Berg besteigt sich nicht von allein. Die Klettertour der anderen Art kostet 5,49 Euro im App Store.

Gorogoa
2 von 5

Manchmal sticht unter tausend neuen Smartphone-Spielen ein Juwel hervor. Ein solches Juwel ist „Gorogoa” von Annapurna Interactive. Das Puzzle-Adventure hat eine bezaubernde Grafik und Musik, der Star ist allerdings das Gameplay. Der Bildschirm ist wie ein Comic mit vier Einzelbildern aufgeteilt. In diesen vier Szenen bewegt sich die Spielfigur. Spieler können in die Szenen zoomen und Details untersuchen. Oder diese vier Szenen miteinander kombinieren.

So kann das Bild einer Tür auf das Bild einer Mauer gelegt werden, um einen Eingang zu schaffen – nur ein Beispiel von vielen. Die Kombination der Bilder sorgt oft für Überraschungen. Dazu erzählt „Gorogoa” wortlos eine märchenhafte Geschichte. Das Entdeckerspiel gibt es für iOS im App Store. Kosten: 5,49 Euro.

Inside
3 von 5

2010 schufen Playdead mit „Limbo” einen Hit, der seitdem auf alle gängigen Plattformen übertragen wurde. Mit „Inside” legen sie nun auf iOS nach. Auch „Inside” ist ein düsterer Rätsel-Plattformer. Ohne Vorwissen und Erklärungen schlüpfen Spieler in die Rolle eines kleinen Jungen auf der Flucht. Vor wem? Warum? Das sei an dieser Stelle nicht verraten, denn die größte Stärke des Spiels ist seine Geschichte.

„Inside” schafft wortlos eine dichte Atmosphäre und sorgt für Nervenkitzel. Das Herz schlägt schneller, wenn panisch vor Gefahren geflohen wird. Die vielen kleinen Rätsel sind nicht sehr schwer, enden beim ersten Versuch trotzdem tödlich. Doch das hält kaum auf. „Inside” (7,99 Euro im App Store) will man einfach bis zum Ende spielen.

Life is Strange
4 von 5

Teenager Max Caulfield kehrt zum Fotografie-Studium in ihre alte Heimat Arcadia Bay zurück. Vieles hat sich in fünf Jahren Abwesenheit verändert. Und noch bevor sie sich richtig einleben kann, wird sie Zeugin eines gewaltsamen Todes. Durch den Schock erwacht in Max eine unbekannte Gabe: Sie kann die Zeit ein Stück zurückdrehen und so die Tat verhindern.

„Life is Strange” von Square-Enix ist ein Adventure in fünf Episoden. Spieler begleiten Max, die nicht nur durch ihre Visionen geplagt wird, sondern auch die typischen Probleme eines Teenagers durchlebt. Dank ihrer Fähigkeit zum Manipulieren der Zeit kann sie ihre Fehler schnell korrigieren. Das spannende Adventure ist bereits für iOS erschienen, die Android-Version folgt demnächst. Die erste Episode ist kostenlos, für 9,99 Euro gibt es das komplette Spiel.

Bridge Constructor Portal
5 von 5

„Bridge Constructor” und „Portal” sind zwei Puzzle-Spiele, die eigentlich nicht viel gemein haben. In dem einen müssen möglichst stabile Brücken gebaut werden, in dem anderen Hindernisse mit Hilfe von Wurmloch-Portalen und anderen physikalischen Spielerein überwunden werden. „Bridge Constructor Portal” von Headup Games mischt beide Reihen zusammen und das Ergebnis macht Laune.

Im Testlabor bauen Spieler Brücken über Abgründe gebaut, damit Fahrzeuge passieren können. Das reicht jedoch nicht ganz. Die Fahrzeuge müssen mit Hilfe der Brücken und Portale auch über Schalter geleitet werden oder die Bekanntschaft von Selbstschussanlagen vermeiden. All das wird humorvoll von GLaDOS, einer künstlichen Intelligenz, beobachtet und kommentiert. „Bridge Constructor Portal” ist für Android und iOS erschienen und kostet derzeit 5,49 Euro.

„Der Wettbewerb in der Branche für Spiele auf mobilen Geräten ist sehr hart, und das Werben um neue Kunden wird teurer“, erklärte Experte Atte Riikola vom Analysehaus Inderes Equity Research.

Rovio tat sich in den vergangenen Jahren schwer damit, ähnliche Hits wie „Angry Birds“ zu landen. Die Firma hat inzwischen mehrere Runden Stellenabbau hinter sich. Eine zeitweise Renaissance der Marke gelang 2016 mit einem Animationsfilm, der weltweit rund 350 Millionen Dollar einspielte. Für 2019 ist eine Fortsetzung geplant, die auch mit den Einnahmen aus dem Börsengang finanziert werden soll.

Im vergangenen Quartal legte der Umsatz noch im Jahresvergleich um 17 Prozent auf rund 74 Millionen Euro zu und im gesamten Jahr gab es ein Plus von 55 Prozent auf gut 297 Millionen Euro. Das im vorigen Jahr an die Börse gegangene Unternehmen hatte bereits im November mit enttäuschenden Quartalszahlen einen Kurseinbruch erlitten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Erneuter Kurseinbruch - Angry-Birds-Macher Rovio im Sturzflug

0 Kommentare zu "Erneuter Kurseinbruch: Angry-Birds-Macher Rovio im Sturzflug"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%