Erneuter Umsatzrückgang
Hoffnungsschimmer für Musikindustrie

Im vergangenen Jahr hat die internationale Musikindustrie erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen - und damit zum fünften Mal in Folge. In den USA wurde allerdings erstmals seit 1999 wieder einen Anstieg der Verkäufe verzeichnet.

HB LONDON. Weltweit sei der Umsatz der Musikindustrie um 1,3 % auf 33,6 Mrd. Dollar gesunken, teilte die Branchenorganisation International Federation for the Phonographic Industry (IFPI) am Dienstag mit. Im dem mit einem Marktanteil von 36 % weltweit größten Markt der USA wuchs der Umsatz um 2,3 %. In Lateinamerika profitierte die Branche von der wirtschaftlichen Erholung und erzielte eine Wachstumsrate von 12,6 %. In Deutschland verringerte sich der Umsatz dagegen nochmals um 4,2 %, in Großbritannien um 1,6, in Spanien um 12,5 und in Frankreich um 14,8 %.

Das internationale Musikgeschäft hat in den vergangenen Jahren nicht nur unter dem weit verbreiteten Raubkopieren und illegalen Herunterladen von Liedern aus dem Internet gelitten, sondern auch unter dem generell schlechten Wirtschaftsklima und der starken Konkurrenz von Videospielen.

IFPI-Chef John Kennedy sieht jedoch auf einigen besonders stark betroffenen Märkten eine Trendwende, so auch in Deutschland. „Für die Zukunft gibt es Grund zum Optimismus auf dem Markt, der am meisten gelitten hat - dem deutschen Markt“, sagte Kennedy. Auch in Frankreich gebe es positive Zeichen. „Hoffen wir, dass das Schlimmste vorbei ist.“

Nach Kennedys Einschätzung wird der weltweite Umsatz 2005 nicht mehr sinken, sondern auf dem Niveau von 2004 verharren. Schon der Umsatzrückgang um weltweit 1,3 % im vergangenen Jahr sei der geringste in fünf Jahren. Auch seien in der Statistik die von den Musikunternehmen selbst im Internet vekauften Songs und Handy-Klingeltöne nicht berücksichtigt, deren Verkäufe den Umsatz zumindest auf dem Niveau von 2003 gehalten hätten.

Im vergangenen Jahr wurden IFPI zufolge allein in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland mehr als 200 Mill. Musikstücke über das Internet verkauft, zehn Mal so viele wie noch 2003. Allerdings seien die Zahlen noch sehr vage, sagte Kennedy. Auch der weltweite Umsatz mit Musik-DVDs wuchs deutlich um 23 % auf 2,6 Mrd. Dollar.

Hit-Alben von Usher, Norah Jones, Eminen und Green Day gehörten zu den diesjährigen Top-Verkäufen und sorgten dafür, dass weiterhin die großen Konzerne Universal Music, Sony BMG, EMI und Warner Music das weltweite Musikgeschäft dominieren.

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