Erste Gespräche erfolgversprechend
Reuters ist Thomson 13 Milliarden Euro wert

Die Übernahme des britischen Finanzdienstleisters Reuters durch seinen kanadischen Konkurrenten Thomson Financial rückt näher. Reuters hat grundsätzlich das Interesse signalisiert, sich auf das Geschäft einzulassen. Thomson würde für Reuters wahrscheinlich einen Betrag von umgerechnet 13 Milliarden Euro auf den Tisch legen.

HB DÜSSELDORF. Reuters und die kanadische Thomson-Gruppe wollen sich zum weltweiten Marktführer für Finanzdaten und Nachrichten zusammenschließen. Beide Unternehmen seien in Übernahmegesprächen, die Reuters mit umgerechnet rund 13 Milliarden Euro bewerteten, teilte der im Jahr 1851 gegründete britische Traditionskonzern Reuters am Dienstag in London mit. Nach tagelangen Spekulationen hatte in der Nacht zuvor Thomson sein Interesse an Reuters öffentlich gemacht.

Gemessen am Schlusskurs der Thomson-Aktie vom Vorabend seien die Kanadier bereit, 697 Pence je Reuters-Aktie zu zahlen. Die Reuters-Aktionäre sollen je Anteilsschein 352,5 Pence in bar sowie je 0,16 Thomson-Aktien erhalten. Überdies sollen sie für 2007 eine Dividende von zwölf Pence je Aktie bekommen. Die neue Gruppe solle Thomson-Reuters heißen. Das Kerngeschäft mit Finanzdaten und Nachrichten für Investoren und Medien solle aber unter dem Markennamen Reuters geführt werden. Thomson wolle die für Reuters zentralen Unternehmensgrundsätze wie Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Integrität übernehmen.

Investoren reagierten am Morgen zunächst zurückhaltend: Die Reuters-Aktie legte im frühen Handel lediglich knapp sechs Prozent auf rund 650 Pence zu, verlor danach aber wieder. Erste Spekulationen über ein bevorstehendes Übernahmeangebot für Reuters waren bereits am Freitag aufgekommen, als die Aktie mehr als 30 Prozent gewann. Thomson hielt sich als Bieter allerdings zunächst bedeckt. Außer den Kanadiern war auch Medienzar Rupert Murdoch als potenzieller Interessent gehandelt worden, nachdem er jüngst mit einer Offerte in Höhe von fünf Milliarden Dollar für den US-Medienkonzern Dow Jones abgeblitzt war.

Reuters bezifferte die jährlichen Synergieeffekte bei einer erfolgreichen Verschmelzung beider Firmengruppen auf umgerechnet rund 370 Millionen Euro (500 Mio US-Dollar). Das Sparpotenzial soll bereits in den kommenden drei Jahren erreicht werden. Die fusionierte Gruppe soll der bisherige Reuters-Chef Tom Glocer führen. Thomson-Chef Richard Harrington würde bei Abschluss der Transaktion abtreten. Hauptaktionär des Konzerns wäre die Thomson-Familienholding mit etwa 53 Prozent. An Thomson hält sie derzeit rund 70 Prozent. Beide Firmen sollten an der Börse gelistet bleiben.

Seite 1:

Reuters ist Thomson 13 Milliarden Euro wert

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%