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Erster Fonds: Kein Geld für Ricke

exklusiv Das Comeback von Kai-Uwe Ricke lässt weiter auf sich warten. Fast ein Jahr ist es her, da verkündete der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), er wolle als Finanzinvestor zur großen Adresse für den deutschen Mittelstand aufsteigen. Etwas Eigenes mit hohem Anspruch wolle er schaffen, sagte Ricke. Das klang gut. Der Haken: Außer ein paar Zeitungsartikeln hat Ricke bis heute nichts vorzuweisen.

Kai-Uwe Ricke hat Probleme mit zögernden Investoren. Foto: Reuters
Kai-Uwe Ricke hat Probleme mit zögernden Investoren. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Schuld ist die Finanzkrise. „Das Fundraising geht vorwärts, aber langsamer als wir gedacht haben“, sagt Michael Gotthelf, der zusammen mit Ricke und zwei weiteren Partnern den Fonds „German Private Equity Partners“ leitet. Investoren würden sich zwar noch engagieren, „aber mit geringeren Volumina als sie 2007 noch üblich waren“, erklärt Gotthelf.

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Das klang Ende 2007 noch ganz anders. 500 bis 700 Mill. Euro wolle er einsammeln, erzählte Ricke der FAZ. Später berichtete das Manager-Magazin, Ricke führe sowohl Verhandlungen mit institutionellen Anlegern als auch mit einigen hochvermögenden Unternehmerfamilien. „Lassen Sie sich überraschen. Im zweiten Quartal werden wir starten“, sagte Ricke damals.

Stattdessen wurde der ehemalige Telekom-Manager selbst überrascht – denn die Investoren zögerten. Dabei standen die Probleme schon vor der Tür. Die Finanzkrise, die 2007 begann, erwischte viele Fonds auf dem falschen Fuß. So genannte First-Timer, die noch keine Erfolge vorweisen können, haben es immer schwer, Geld von Investoren zu bekommen. In Krisenzeiten stehen ihre Chancen noch schlechter.

Für Ricke gibt es noch ein anderes Problem: seine ganz eigene Krise. Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn gegen ihn und andere Spitzenmanager der Deutschen Telekom wegen der so genannten Spitzelaffäre. Telekom-Mitarbeiter haben unter Rickes Amtszeit Verbindungsdaten von mindestens einem Aufsichtsrat und einem Journalisten aufgezeichnet, um undichte Stellen im Konzern ausfindig zu machen. Beteiligte belasten Ricke direkt. Für die Telekom ist der Imageschaden bereits enorm – was auf Ricke zukommt, ist ungewiss.

All das macht Ricke das Leben schwer – und sein Nervenkostüm anfällig. Vom Handelsblatt telefonisch um eine Stellungsnahme gebeten, reagiert er unwirsch: „Was ist denn nun schon wieder los?“ Einen Kommentar zur Lage seines Fonds lehnt er ab.

Von ihrem Firmensitz in Zug aus müssen Ricke und seine Partner nun weiter nach Geldgebern suchen, das sie dann in Unternehmen mit einem Umsatz von 50 bis 500 Mill. Euro stecken wollen.

Doch das wird schwierig. Mehrere Finanzmanager sagten dem Handelsblatt, es sei fast unerheblich, ob die Vorwürfe gegen Ricke nun stimmten oder nicht. Allein der Verdacht, wirke auf mögliche Investoren abschreckend. Ein Banker: „Wer Geld hat, hat heute wirklich genug Alternativen.“

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