Erstes Quartal: Google gleicht dank Werbung Motorola-Verlust aus

Erstes Quartal
Google gleicht dank Werbung Motorola-Verlust aus

Das Geschäft mit der Online-Werbung bringt Google einen Gewinnsprung von fast sechzehn Prozent. Eine Herausforderung bleibt: Den eingekauften Smartphone-Hersteller Motorola zum Erfolg zu machen.
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Mountain ViewMit einem soliden Internet-Geschäft hat Google im ersten Quartal Probleme seiner Mobiltelefon-Sparte Motorola abgefedert. Der Nettoumsatz kletterte in der Internet-Sparte im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 9,99 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Suchmaschinenanbieter am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten sprachen von einem akzeptablen Vierteljahresergebnis, das allerdings nicht einfach verlaufen sei. Google-Aktien verteuerten sich im nachbörslichen Handel um 1,5 Prozent.

Die Zahl der Klicks auf Anzeigen bei Google wuchs binnen eines Jahres um ein Fünftel. Im Vergleich zum Vorquartal gab es ein Plus von drei Prozent. Werbung im Umfeld der Internet-Suche ist nach wie vor die wichtigste Geldquelle des Online-Giganten.

Zugleich bekommt Google das Schrumpfen der Einnahmen pro Klick auf eine Anzeige immer mehr im Griff. Im vergangenen Quartal verlangsamte sich der Rückgang im Jahresvergleich auf vier Prozent nach sechs Prozent im Vierteljahr davor.

Die Preise pro Klick sind unter Druck, weil auf den immer mehr genutzten Smartphones und Tablet-Computern die Tarife zum Teil deutlich niedriger sind. Google versucht aber, unter anderem mit mehr Werbung vor YouTube-Videos gegenzusteuern.

Das Werbegeschäft im Suchmaschinenbereich bleibe damit solide aber unspektakulär, sagte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus. Der bereinigte Gewinn von 11,58 Dollar pro Aktie sei durch Steuereffekte begünstigt worden. Ohne diese hätte Google die Erwartungen der Experten von 10,66 Dollar pro Aktie verfehlt.

Probleme bereitet Google weiterhin die Motorola-Sparte, die im Mai vergangenen Jahres für 12,5 Milliarden Dollar gekauft wurde. Hier sank der Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 1,02 Milliarden Dollar. Der Konzern arbeitet schon seit Monaten daran, Motorola nach starken Absatzeinbußen als einen Hersteller teurer Premium-Smartphones zurück ins Spiel zu bringen.

Page versprach eine spannende Modellpalette und deutete an, dass die Reise in Richtung unter anderem besonders robuster Geräte gehen könnte: „Wenn sie ein Getränk auf ein Handy verschütten, sollte der Bildschirm nicht aufgeben. Wenn sie ein Smartphone fallenlassen, sollte es nicht zerspringen.“

Mit Blick auf die Computer-Brille Google Glass, die gerade an erste Test-Nutzer ausgeliefert wird, sprach Page von revolutionären Veränderungen. Dinge, die früher zur Science-Fiction gehörten, kämen in den Alltag. „Eines Tages werden wir überrascht sein, dass es zur Computer-Nutzung gehörte, in Taschen danach zu suchen. Wir sind erst bei einem Prozent davon, was möglich ist.“ Nebenbei passte der Mitgründer die Google-Mission, alle Informationen der Welt zu ordnen, an das Mobilfunk-Zeitalter an: „Die richtige Information im richtigen Moment liefern.“

Die Mitarbeiter-Zahl war mit knapp 53 900 fast unverändert, während Google in der Vergangenheit oft schnell aufgestockt hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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