Erstes Windows-Phone
Nokia probt sein Comeback

Der Handyhersteller Nokia sucht den Weg aus der Smartphone-Krise. Konzernchef Stephen Elop hat heute das erste Smartphone mit Windows vorgestellt und eine Gerätefamilie, die vor allem in Schwellenländern punkten soll.
  • 3

London Mit zwei neuen Smartphones, die mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 7 laufen, sowie diversen neuen Diensten will der einstige Branchenprimus den Anschluss an die Weltspitze wiederherstellen. Helfen sollen dabei vor allem die beiden neuen Windows Phone-Geräte Lumia 800 und Lumia 710. "Die Lumia-Geräte sind die ersten richtigen Windows-Handys", sagte Elop. Und die rund 3000 Kunden, Analysten und Journalisten bei der jährlichen Hausmesse Nokia World applaudierten.

Bei beiden Handys sind viele Apps bereits vorinstalliert, sodass der Kunde das Gerät direkt aus der Packung herausnehmen und direkt anwenden kann. "Ohne Einloggen, ohne Konto, einfach benutzen", erklärte Elop. Beide Geräte sind mit hochwertigen Kameras ausgestattet und haben die Nokia-Navigationssoftware bereits an Bord. Nokia hat ebenfalls soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook in die Geräte integriert.

Lumia 800 wird im November in Deutschland, Frankreich, Spanien, Niederlanden und Großbritannien erhältlich sein. Lumia 710 soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Preislich legt sich Nokia trotz Komplettausstattung unter das Niveau der Konkurrenz: Ohne Subventionen und Mehrwertsteuer soll das Lumia 800 rund 420 Euro kosten. Das kleinere Modell wird es für 270 Euro geben. Die neuen Smartphones sehen Apples iPhone ziemlich ähnlich: rechteckig, abgerundete Ecken, schmaler Rahmen, drei Bedienelemente unten, in der Mitte das Windows-Zeichen.

Anwesende Analysten geben den neuen Geräten gute Chancen, sich erfolgreich gegen die deutlich teurere Konkurrenz von Apple, Samsung und HTC durchsetzen zu können.

Ab sofort wird in den fünf europäischen Ländern eine umfassende Werbekampagne gestartet. Außerdem haben die Finnen in den vergangenen Wochen mit allen großen Telekom-Konzernen verhandelt. Wie das Handelsblatt erfuhr, hat die Deutsche Telekom das neue Windows-Gerät umfassend getestet und ein sehr positives Urteil abgegeben. Das ist wichtig für Nokia, da das Unternehmen davon abhängig ist, dass die Telekom-Konzerne die neuen Geräte subventionieren.

Das zweite Modell, das das Unternehmen bei der Nokia World vorstellt, trägt den Namen Asha. Die neue Modellreihe arbeitet noch mit dem Betriebssystem Symbian und soll vor allem Menschen in den aufstrebenden Schwellenländern ansprechen. Die Geräte werden zwischen 60 und 115 Euro kosten und Ende des Jahres sowie Anfang 2012 auf den Markt kommen. Das Unternehmen wolle „die nächste Milliarde Menschen ins Internet bringen“ sagte Elop. Das Smartphone verfügt sowohl über einen Touchscreen als auch einen Tastatur und erinnert optisch an das Blackberry von RIM. „Asha kommt aus der Hindi-Sprache und bedeutet Hoffnung“, sagte Elop.

Seite 1:

Nokia probt sein Comeback

Seite 2:

Nokia hat den Touchscreen unterschätzt

Kommentare zu " Erstes Windows-Phone: Nokia probt sein Comeback"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Woher kommen Ihrer Meinung nach die Bauteile der anderen Hersteller?

  • Nokia produziert in Schwellenländern. Also sollen sie ihre Teile auch in Zukunft dort verkaufen. Auch zukünftig werde ich nicht ernsthaft den Kauf eines Nokia Hnadys in Erwägung ziehen. Nokia und Microsoft: da haben sich ja die passenden Unternehmen gefunden...

  • Man merkt, dass der Autor nicht wirklich Ahnung von dem Thema hat.

    Das Problem war nicht Symbian, sondern die verkrusteten Strukturen in der Nokia Hierarchie. Das ist hinlänglich nachzulesen.

    Das zweite Problem ist das Marketing. Während Apple Features bewirbt, die es schon seit Jahren bei Nokia gibt, gibt es nahezu kein Massenmarketing von Nokia.

    Auch wenn Symbian immer noch einige Baustellen hat, ist es inzwischen gleichwertig zu Iphone und Android und in einigen Belangen sogar besser.

    An den Baustellen von Symbian sieht man jedoch, dass das Problem nicht bei Symbian liegt, sondern dass Nokia keinen Steve Jobs hat oder eine Kultur, wie sie bei Google herrscht.

    Nokia hätte die Möglichkeit gehabt, mit Symbian und einem evtl. nachfolge OS sehr erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%