Erwartungen übertroffen - Aktie steigt
Oracle verbucht Milliarden-Gewinn

Oracle hat die Analysten positiv überrascht. Der weltweit zweitgrößte Softwarekonzern und SAP-Konkurrent hat den Gewinn im vergangenen Quartal deutlicher als erwartet gesteigert. Dank großer Käufe ist zudem der Umsatz im Gesamtjahr kräftig nach oben gegangen.

HB NEW YORK. Für das am 31. Mai zu Ende gegangene vierte Quartal gab Oracle am Mittwoch einen Nettogewinn von 1,02 Mrd. Dollar oder 20 Cent je Aktie bekannt nach 990 Mill. Dollar oder 19 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn 26 Cent je Aktie. Befragte Analysten hatten auf dieser Grundlage einen Gewinn von 23 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz in dem traditionell stärksten Quartal stieg den Angaben zufolge auf 3,88 Mrd. Dollar nach 3,08 Mrd. Dollar und entsprach damit den Erwartungen. Oracle machte für das Ergebnis insbesondere eine starke Nachfrage nach seiner Datenbank-Software verantwortlich.

Der Softwarekonzern hat im gesamten Geschäftsjahr 2004/05 mit einer Serie großer Unternehmensaufkäufe seinen Umsatz deutlich um 16 % auf 11,8 Mrd. Dollar erhöht. Oracle verdiente in dem Zeitraum 2,9 Mrd. Dollar oder acht Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Oracle-Konzernchef Larry Ellison (60) hatte im Januar 10,6 Mrd. Dollar für das große US-Softwarehaus Peoplesoft gezahlt. Damit hatte er Oracle bei Unternehmenssoftware zur Nummer zwei nach dem dominierenden Branchenführer SAP gemacht. Es folgten in rascher Folge drei weitere kleinere Akquisitionen in den USA.

Dem Hauptkonkurrenten SAP schnappte Ellison die Unternehmssoftware-Firma Retek weg. Bei Datenmanagement-Software, wo Oracle mit IBM, der weltweiten Nummer eins, gleichziehen will, kaufte Ellison zwei kleinere US-Firmen. Seit Jahresbeginn hat Oracle bereits etwa 11,2 Mrd. Dollar für Akquisitionen ausgegeben.

„Das Datenbanken-Geschäft brachte erneut eine starkes Wachstumsquartal“, erklärte Ellison. Oracle erhöhe dort seinen Marktanteil. Die rasche Integration von Peoplesoft habe zu einem starken Wachstum bei Anwendungssoftware-Umsätzen und -Gewinnen beigetragen, betonte Oracle-Präsident Safra Catz. „Die Kombination eines verstärkten internen Wachstums plus einer sorgfältigen und gezielten Akquisitionsstrategie haben den Oracle-Umsatz und -Gewinn auf Rekordniveau getrieben“, sagte er.

Für das erste Vierteljahr des Geschäftsjahres 2006 peile Oracle einen Gewinn von 14 Cent je Aktie bei Umsätzen von 2,92 Mrd. bis 2,98 Mrd. Dollar an, teilte das Unternehmen nach Vorlage seiner Bilanz für das abgelaufene vierte Quartal mit. Befragte Analysten hatten zuletzt im Schnitt mit 14 Cent Gewinn je Aktie und Erlösen von 2,91 Mrd. Dollar im ersten Quartal gerechnet.

Oracle-Aktien stiegen im vorbörslichen Handel um 2,5 % auf 13,15 Dollar. Die Ergebnisse ließen auch den Kurs von SAP in Deutschland steigen. „Der Anstieg steht im direkten Zusammenhang mit Oracle“, sagte ein Händler.

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