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07.02.2007 
Kloiber-Interview

„Es gibt noch ein wenig zu viele Kinos“

Für den Geschmack des Medienunternehmers und Kinobetreibers Herbert Kloiber gibt es in Deutschland zwar noch zu viele Leinwände - allerdings nur ein wenig zu viele. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, wie er vor allem Ältere wieder zu häufigeren Kinobesuchen animieren will - und verrät, was sein Lieblingskino ist.

Herbert Kloiber bei der Emmy-Verleihung im Jahr 2004. Foto: apLupe

Herbert Kloiber bei der Emmy-Verleihung im Jahr 2004. Foto: ap

Handelsblatt: Die Kinobesitzer sind in den vergangen Jahren vom Besucherrückgang stark gebeutelt worden. Wie fiel das vergangene Jahr für Deutschlands größten Kinobetreiber aus?

Herbert Kloiber: Nach dem entsetzlichen Jahr 2005 geht der Trend wieder nach oben. Die Talsohle ist durchschritten.

Wie sieht es bei Ihrer Kinokette Cinemaxx aus?

Wir sind als Branchenprimus im vergangenen Jahr zweistellig gewachsen.

Und wies es in diesem Jahr angelaufen?

Das Jahr hat für uns sehr ordentlich begonnen. Die Besucherzahlen der ersten fünf Wochen zeigen wieder steil nach oben. Es gibt gute Filme in einer guten Mischung – von Filmen wie „Queen“ für Erwachsene oder „Die wilden Kerle“ für das ganz junge Publikum.

Wo wird das Wachstum für 2007 her kommen – mal wieder aus Hollywood?

Es gibt nicht besonders viele deutsche Filme. Doch es wird zu Ostern endlich wieder einen „Harry Potter“-Film geben, der uns vergangenes Jahr schmerzlich gefehlt hat. Es werden zusätzlich einige Blockbuster kommen, die wieder über fünf Millionen Zuschauer in die Kinos locken werden. Das stimuliert die Branche.

Gibt es in Deutschland immer noch zu viele Kinos?

Es gibt noch ein wenig zu viele Kinos. Doch die Zeit der Überkapazitäten ist vorbei. Vor allem in westdeutschen Städten gibt es wieder ein ausgewogenes Verhältnis. In manchen Regionen läuft aber noch eine Marktbereinigung, aus manchen Multiplex wird wieder ein Arthouse.

Warum gehen im Ausland die Menschen häufiger ins Kino als in Deutschland?

Es gibt ein geringeres Angebot an Filmen im Fernsehen. Beispielsweise in Frankreich gibt es auf Grund gesetzlicher Bestimmungen viel weniger Kinofilme im Fernsehen zu sehen.

TV kills Cinema – an diesem Verdrängungswettbewerb sind Sie mit ihrem Spielfilmkanal Tele 5 beteiligt. Wir sich die Konkurrenz zwischen TV und Kino in Deutschland noch verschärfen?

Das glaube ich nicht. Ich bin davon überzeugt dass die 1500 Kinofilme auf Tele 5 pro Jahr den Filmfan eher stimulieren statt abzuschrecken ins Kino zu gehen. Unser Senderslogan heißt ja auch: Wir lieben Kino.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Eintrittspreise findet Kloiber niedrig

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