Was heißt das konkret?
Wir werden mit unseren Filmproduktionen vor Ort in Europa expandieren. Wir werden verstärkt mit lokalen Partnern Filme in den jeweiligen Landessprachen produzieren. Wir wollen in den nächsten fünf Jahren rund 100 Filme herstellen.
Und was ist mit AOL in Europa?
Wir haben gerade die Kehrtwende vom Zugangs- zum Inhaltegeschäft vollzogen. Wir suchen in Europa neue Möglichkeiten, die Nutzerzahlen von AOL über Akquisition zu steigern.
Im Vergleich zu Konkurrenten wie NBC Universal oder Viacom ist Time Warner mit eigenen Fernsehkanälen in Europa unterrepräsentiert. Wird sich das ändern?
Ob wir zukaufen, werden wir sehen.
Derzeit sucht Haim Saban nach einem Käufer für Pro Sieben Sat 1. Ist das keine Gelegenheit?
Wir kennen das Unternehmen. Beim ersten Verkauf von Pro Sieben Sat 1 haben wir uns den Konzern genau angesehen. Wir schauen uns alles an, was auf den Markt kommt. Wir werden erneut einen Blick darauf werfen. Im Moment ist ein Kauf eher unwahrscheinlich als wahrscheinlich.
Kennen Sie Herrn Saban?
Herr Saban ist ein guter Freund. Er ist ein harter Verkäufer.
Es war eine große Überraschung, als Springer-Chef Mathias Döpfner kürzlich in den Verwaltungsrat von Time Warner berufen wurde. Was waren die Gründe?
Mathias Döpfner ist ein kluger, global denkender Manager. Die Berufung ist auch Ausdruck unserer größeren Aufmerksamkeit gegenüber Europa.
Die europäischen Medienkonzerne sehen Telekomkonzerne als neue Wettbewerber. Teilen Sie diese Meinung?
Ich glaube nicht, dass Telekomkonzerne im Inhaltegeschäft eine wichtige Rollen spielen werden. Sie werden nicht in das Produktionsgeschäft einsteigen. Doch sie sind ein Wettbewerber beim Vertrieb von Inhalten.
Treffen bei Medien- und Telekomkonzernen zwei Spielklassen aufeinander?
Natürlich verfügen die Telekomkonzerne über gigantische Ressourcen. Ich kann mir durchaus Situationen vorstellen, in denen es zu einem zerstörerischen Wettbewerb kommt.
Lesen Sie weiter auf Seite 4: Ob der Inhalt wirklich noch der König des Mediengeschäfts ist.

