Es winkt ein Mega-Geschäft
Übernahme heizt Hype um 3D-Drucker an

Das Zukunftsgeschäft mit dem 3D-Druck wird durch eine Übernahme völlig umgekrempelt: Marktführer Stratasys schluckt den Herausforderer MakerBot – und hofft nun auf große Geschäfte im wachsenden Massenmarkt.
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Düsseldorf400 Millionen Dollar für ein Startup, das kaum Geld verdient – das ist ein stolzer Preis. Doch wenn Stratasys, ein Hersteller von industriellen 3D-Druckern, so viel für den kleinen Konkurrenten Makerbot bezahlt, geht es nicht um aktuelle Absatzzahlen oder Gewinne. Das US-Unternehmen hofft darauf, dass der 3D-Druck zu einer Technologie für den Massenmarkt wird. Fast so wie normale Drucker, die heute in fast jeden Haushalt stehen.

Der 3D-Druck ist keine neue Technologie. „Industrielösungen sind seit über 20 Jahren in der Entwicklung und im Einsatz“, sagt Prof. Gerd Witt von der Universität Duisburg-Essen – allerdings unter den weniger schicken Begriffen Rapid Prototyping oder Rapid Manufacturing.

Bei den Autoherstellern etwa stehen schon lange schrankgroße Geräte, die aus digitalen Vorlagen Modelle entwerfen, ohne dass dafür extra eine Produktionsstraße angepasst werden müsste. Moderne Dentallabors produzieren so Zahnkronen, Akustiker passgenaue Formen für Hörgeräte. Wenn es um Einzelanfertigungen und Kleinserien geht, ist der 3D-Druck längst etabliert. Stratasys, 1989 gegründet, ist seit einer Fusion mit dem Konkurrenten Objet der Marktführer bei industriellen Anwendungen.

Der aktuelle Hype hat jedoch einen anderen Grund: „Seit ein, zwei Jahren gibt es Lösungen für den Privatbereich“, sagt Fertigungstechniker Witt. Wie einst bei den Computern wird die Technik immer besser und billiger. Kosteten die Geräte vor drei Jahren noch locker 20.000 Dollar, gibt es jetzt Geräte für um die 1000 Dollar, Bausätze sind sogar noch günstiger. Auch Makerbot will mit seinem Replicator die Tüftler und Nerds erreichen, die sich so ein Gerät in den Hobbykeller stellen wollen.

Eine Miniaturfabrik in jedem Haushalt – das beflügelt die Fantasie. Jeder Mensch könne selbst zum Produzenten werden, meint etwa der amerikanische Technikjournalist und Unternehmer Chris Anderson. Diese Technologie stelle die herkömmliche Wirtschaftsordnung „von unten“ infrage, schreibt in seinem Buch „Makers“: „Die Alleinherrschaft wird den Unternehmen, Regierungen und anderen Institutionen entrissen und an die normalen Leute übergeben.“ Es zeichne sich eine neue industrielle Revolution ab.

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