EU genehmigt Megafusion
Universal darf BMG-Musikverlagsgeschäft haben

Die EU-Kommission hat am Dienstag die Übernahme der Bertelsmann-Tochter BMG Music Publishing durch Universal Music genehmigt. Die Proteste unabhängiger Musikproduzenten gegen die Fusion zum weltgrößten Musikverlag sind damit weitgehend gescheitert.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission verhängte allerdings Auflagen für den Zusammenschluss. So muss das neue Unternehmen einige seiner Musikkataloge verkaufen. Die zum französischen Medienriesen Vivendi gehörende Universal habe angeboten, Urheberrechtsverträge mit so erfolgreichen Musikern wie den Kaiser Chiefs und Justin Timberlake aufzugeben, erklärte die Brüsseler Behörde. Damit entständen dem Kunden keine Wettbewerbsnachteile mehr, sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Die Übernahme kostet die US-Tochter des französischen Vivendi-Konzerns 1,63 Mrd. Euro.

Gegen die Fusion hatte sich vor allem Impala stark gemacht, ein Zusammenschluss 3500 unabhängiger Musikproduzenten und -Verleger. Impala hatte verlangt, dem neuen Musik-Riesen Auflagen für sein Geschäftsverhalten zu machen. Dazu kam es aber nun nicht.

Impala schloss eine Klage gegen die Genehmigung nicht aus. Der Verband werde jetzt die Entscheidung genau prüfen. Falls die Auflagen der Kommission nicht weit genug gehen, sei eine Klage denkbar, sagte Vorstandsmitglied Michel Lambot. Zugleich begrüßte er, dass die Kommission Universal in die Schranken verwiesen habe. Nun sei klar, dass Fusionen der Branchenriesen ohne Zugeständnisse nicht möglich seien.

Universal musste der Kommission zusagen, zahlreiche Kataloge im Europäischen Wirtschaftsraum zu verkaufen. Dazu gehören die Kataloge von Zomba UK, 19 Music, 19 Songs, des BBC-Musikverlags und von Rondor UK sowie die Lizenz des Katalogs von Zomba US. In diesen Katalogen sind viele Top-Titel und erfolgreiche Musikstars wie die Kaiser Chiefs, Justin Timberlake and R. Kelly vertreten.

Das Musikverlagsgeschäft der Bertelsmann Music Group (BMG) stellt die Rechte der Komponisten und Texter in den Mittelpunkt und ist nicht zu verwechseln mit dem Tonträgergeschäft, das BMG in ein Joint Venture mit dem japanischen Sony-Konzern eingebracht hat. Dieser Zusammenschluss wird von der EU-Kommission erneut geprüft, nachdem eine erste Fusionserlaubnis im vergangenen Juli vom europäischen Gericht erster Instanz aufgehoben worden war.

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