EU-Kommission aktiv
Hilfen für Infineon-Werk im Visier

Die EU-Kommission hat mit einer ausführlichen Prüfung geplanter portugiesischer Staatsbeihilfen für ein Werk des Chipherstellers Infineon begonnen.

Reuters BRÜSSEL. Die Kommission teilte am Mittwoch in Brüssel mit, Kern der Prüfung sei, ob das Infineon-Werk in Vila do Conde überhaupt für Regionalbeihilfen in Frage komme. Portugal wolle den Aufbau des Halbleiterwerks mit 76,8 Mill. € fördern. Entscheidend werde sein, inwieweit auf dem Halbleitermarkt Überkapazitäten bestünden.

Zugleich genehmigte die Wettbewerbsbehörde eine Investitionsbeihilfe von 98 Mill. € für die Errichtung einer Forschungs- und Entwicklungsanlage für optische Fotomasken in Dresden, an der auch Infineon beteiligt ist. Ein Infineon-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Im Infineon-Werk in Portugal werden die großen Siliziumscheiben (Wafer), auf denen die Chips produziert werden, in die einzelnen Halbleiter geteilt und verpackt. Diese so genannte Back-End-Fertigung ist nach Infineon-Angaben die letzte dieser Art in Europa, nachdem die anderen Konzerne solche Werke vor allem nach Südostasien verlegt haben. Die Kommission erklärte, grundsätzlich dürften in der Region Porto Regionalbeihilfen gezahlt werden. Allerdings müsse geprüft werden, ob ein Ausbau des Werkes weitere Überkapazitäten im Halbleitermarkt schaffen würde.

An dem Dresdener Werk sind neben Infineon noch die Unternehmen Advanced Micro Devices Inc und DuPont Photomasks beteiligt. Die geplante Förderung mache gut ein Viertel förderfähiger Investitionen aus und sei mit EU-Regeln vereinbar, erklärte die Kommission. Fotomasken werden zur Herstellung von Mikrochips verwendet. Mit Hilfe dieser schablonenartigen Masken wird die Struktur eines Chips mit Laserstrahlen auf Siliziumscheiben gezeichnet.

In Singapur schloss Infineon unterdessen ein Fertigungsabkommen mit dem Halbleiter-Hersteller Chartered Semiconductor Manufacturing. Das Unternehmen werde für Infineon Leistungsbauelemente für bestimmte, unter anderem in Aufladegeräten verwendete Chips produzieren, erläuterte eine Sprecherin. Die Nachfrage nach diesen Halbleitern sei gestiegen, das Infineon-Werk im österreichischen Villach aber ausgelastet. Insgesamt sei das für den Infineon-Konzern, der Fertigungsabkommen mit einer ganzen Reihe von Unternehmen geschlossen hat, ein „eher kleiner Deal“. Über finanzielle Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

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