EU-Wettbewerbshüter Google muss weitere Rekord-Strafe fürchten

Das Smartphone-Betriebssystem Android könnte Google eine weitere Rekord-Strafe einbrocken. Der US-Konzern zwinge Smartphone-Hersteller zur Installation von Android, bemängeln die EU-Wettbewerbshüter.
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Das Android-Maskottchen vor der Google-Zentrale im kalifornischen Mountain View: Der US-Techkonzern muss mit einer weiteren Milliardenstrafe der EU-Wettbewerbshüter rechnen. Quelle: dpa
Betriebssystem Android

Das Android-Maskottchen vor der Google-Zentrale im kalifornischen Mountain View: Der US-Techkonzern muss mit einer weiteren Milliardenstrafe der EU-Wettbewerbshüter rechnen.

(Foto: dpa)

BrüsselGoogle muss sich wegen seiner Marktmacht beim Handy-Betriebssystem Android Insidern zufolge auf eine weitere Rekordstrafe aus Brüssel einstellen. Die EU-Wettbewerbshüter wollten ein Expertengremium in dem Fall einberufen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Grund dafür sei, dass eine zweite Meinung vor der Verhängung einer weiteren Strafe eingeholt werden sollte.

Die EU-Behörde wirft Google vor, Smartphone-Hersteller zur Installierung des Browsers Chrome und der Suchmaschine zu zwingen und andere Versionen des Betriebssystems Android nicht zuzulassen. Ein Sprecher der EU-Kommission und Google wollten sich dazu nicht äußern. Das Expertengremium besteht gewöhnlich aus drei bis vier Personen, die den Fall unvoreingenommen bewerten sollen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Android ist die erfolgreichste Handy-Software der Welt und sorgt bei neun von zehn Mobiltelefonen dafür, dass sie funktionieren. Das Betriebssystem ist kostenlos, gleichzeitig macht Google den Handy-Bauern aber genaue Vorgaben. Die nimmt die EU-Kommission, die in der Union als Wettbewerbsbehörde agiert, nun unter die Lupe. Beispielsweise müssen Handy-Hersteller auf den Geräten die Suchfunktion von Google und den Internet-Browser Chrome installieren, wenn sie nicht den Zugang zu anderen populären Google-Diensten verlieren wollen.

Was Google Neues plant
Künstliche Intelligenz I
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KI soll künftig im Mittelpunkt aller Google-Dienste stehen und den Nutzern das Leben leichter machen. So kann zum Beispiel das neue Angebot „Google Lens“ Objekte vor der Smartphone-Kamera erkennen – egal, ob es sich um eine Pflanze oder ein Gebäude handelt.

Künstliche Intelligenz II
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Für Kurzmitteilungen gibt es eine Echtzeit-Übersetzung in andere Sprachen. Der Google-Assistent im Lautsprecher „Home“ erkennt Nutzer an der Stimme und sucht für die Person passende Informationen heraus.

Der Google-Assistent
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Der Google-Assistent kommt als eigenständige App auf das iPhone. Damit fordert Google Apples Assistenz-Software Siri direkt auf der heimischen Plattform heraus.

VR-Brille
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Eine vollwertige VR-Brille wird es jetzt auch von Google geben. Anfangs setzte der Internet-Konzern voll auf die einfachere Lösung, ein Smartphone in ein Gehäuse mit Linse zu stecken. Jetzt wird gemeinsam mit Lenovo und HTC ein technisch anspruchsvolleres Modell mit eigenem Bildschirm entwickelt.

VR-Brille
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Das System wird nicht so leistungsfähig wie eine Oculus-Brille von Facebook sein, benötigt dafür aber auch keinen teuren PC.

Augmented Reality
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Erweiterte Realität wird zum Beispiel helfen, das richtige Regal im Supermarkt zu finden – und zwar indem die Marschrichtung in das Kamerabild auf dem Smartphone-Display eingeblendet wird.

Android O
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Android O bekommt als diesjährige Version des meistbenutzten Smartphone-Betriebssystems unter anderem ausgeklügeltere Benachrichtigungen und einen Bild-in-Bild-Modus, wie man ihm vom Fernseher kennt.

Im Fokus steht zudem die Frage, ob der Internet-Riese den Herstellern wie Samsung oder Huawei verbieten darf, andere Versionen von Android zu installieren. Das Verfahren läuft seit April vorigen Jahres. Angestoßen wurde es durch eine Beschwerde der Lobbygruppe Fair Search in Brüssel. Google hatte zuvor gesagt, dass Android auf offener Software basiere und dass die Software den Wettbewerb ankurble.

Der US-Suchmaschinenbetreiber steht derzeit bereits im Visier der EU-Kartellbehörde. Wegen des Preisvergleichsdienstes von Google hatte die EU-Kommission erst Ende Juni mit 2,4 Milliarden Euro die bisher höchste Strafe gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt.

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