EU will zunächst Einzelheiten wissen
Prüfung von Microsoft-Deal ausgesetzt

Ein Sprecher der Europäischen Kommission hat am Dienstag mitgeteilt, dass die Prüfung der von Microsoft und Time Warner gemeinsam angestrebten Übernahme des Kopierschutz-Herstellers Contentguard Holdings ausgesetzt wurde.

HB BRÜSSEL. Die Voraussetzungen für die geplante Transaktion hätten sich völlig geändert, seit der französische Technologiekonzern Thomson sich am 22. November Microsoft und Time Warner angeschlossen habe, sagte Kommissionssprecher Jonathan Todd am Dienstag in Brüssel. Die Änderung sei der Kommission jedoch bisher nicht formell mitgeteilt worden. Die Auswirkung der Teilnahme von Thomson an der Contentguard-Übernahme ließen sich erst dann beurteilen, wenn der EU bekannt sei, wie die Transaktion strukturiert werden solle. „Angesichts des Fehlens der Einzelheiten des am 22. November angekündigten Geschäfts mit Thomson kann die Kommission nicht dazu Stellung nehmen, ob die Transaktion geprüft werden muss“, sagte Todd.

Die Kommission hatte zunächst befürchtet, durch den Erwerb des im US-Bundesstaat Maryland ansässigen Anbieters von Technologie für die digitale Rechteverwertung könnte Microsoft eine dominierende Marktstellung im Bereich Kopierschutz erreichen oder diese zumindest deutlich stärken. Sie hatte deshalb eine viermonatige Überprüfung des geplanten Geschäfts gestartet, über die sie spätestens bis zum 6. Januar hätte entscheiden müssen. Die Kommission ist als Kartellbehörde der EU auch für Zusammenschlüsse von US-Unternehmen zuständig, wenn diese eine starke Präsenz auf dem europäischen Markt haben oder durch eine Fusion anstreben.

Firmen wie Microsoft und Time Warner investieren kräftig in Technologie für digitale Rechteverwertung, unter anderem zum Schutz von Inhalten vor Raubkopien und damit entgeltfreier Vervielfältigung. Der japanische Elektronikkonzern Sony, der mit seiner Filmsparte auch Anbieter von Inhalten ist, ist seit 2002 lizenzierter Anwender von Contentguards Kopierschutz-Technologie.

Contentguard war zeitweise mehrheitlich im Besitz des Kopiererherstellers Xerox, der wiederum den Großteil der Basis-Technologie des Unternehmens zur Verfügung gestellt hatte. Mittlerweile hält Xerox aber nur noch als Kapitalanleger einen kleinen Anteil an Contentguard.

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