Euromicron
In die Freiheit entlassen

Normalerweise geben Großaktionäre Unternehmen eine gewisse Sicherheit, sorgen für Ruhe. Doch zuweilen sind sie auch recht hinderlich. So war es jahrelang bei Euromicron, einem Spezialisten für Netzwerk- und Sicherheitstechnik.

FRANKFURT. Zig Monate überlegte die Besitzerin vpm Euromicron, die Beteiligungsgesellschaft Adcapital (vormals Berliner Elektro), was sie mit dem Frankfurter Unternehmen anstellen sollte. Dann entschied sie sich für eine Börsenplatzierung.

Für das Euromicron-Management war das eine echte Befreiung, hatte die Unsicherheit doch wichtige Entscheidungen etwa über Investitionen viel zu lange blockiert. Und so sieht man im neuen Bürogebäude von Euromicron seit kurzem strahlende Mienen. Mit den neuen Aktionären – der Streubesitz ist seit dem Ausstieg von Adcapital auf etwa 83 Prozent geklettert – hat man einiges vor.

Das Motto lautet „Buy and Build“. Sprich: Das Management um Euromicron-Chef Willibald Späth will verstärkt auf Einkaufstour gehen. Erste Schritte hat es bereits unternommen: Im August kauften die Frankfurter 80 Prozent der BCK-Systeme Datentechnik. Die Firma passt nicht nur ins Portfolio von Euromicron, sie stärkt auch die Präsenz in Süddeutschland.

Ebenfalls im August stieg Euromicron mit 80 Prozent beim Netzwerkkomponenten-Hersteller Microsens ein. Beide Zukäufe sind typisch in ihrer Struktur. Euromicron kauft nur einen Teil der Anteile. Der Rest bleibt bei den bisherigen Besitzern, die dafür an Bord bleiben – festes Element der Strategie. Die Einkaufstour soll weitergehen, schließlich gibt es noch ein paar weiße Flecken auf der Deutschlandkarte und die eine oder andere Lücke im Produktportfolio. Geld ist noch vorhanden. Rund 20 Millionen Euro haben die Frankfurter in der Kasse.

Auf den ersten Blick mag diese Politik verwirrend sein, wirkt das Produktangebot wie ein unsortierter Baukasten. Es reicht von IT-Dienstleistungen über Hard- und Software zur Absicherung etwa von Rechenzentren bis hin zum Bau von Glasfaser-Komponenten. Doch die dahinter stehende Strategie eines Rundum-Systemhauses für Netzwerktechnik und Sicherheit scheint aufzugehen.

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