Europas größter Softwarekonzern
SAP-Chef will unabhängig bleiben

Europas größter Softwarekonzern SAP will sich nicht mit einem anderen Anbieter zusammenschließen sondern weiterhin auf eigenen Füßen stehen. Für diesen Kurs habe man auch Unterstützung von den Kunden bekommen, sagte Vorstandschef Henning Kagermann.

HB PARIS. „Wir sind ein unabhängiges Unternehmen und sind allein sehr stark“, sagte Kagermann am Montag vor Beginn einer Kundenmesse in Paris. „Und es gibt keinen Grund, warum wir das nicht weiter sein sollten.“ Mit den Kunden sei sich SAP darüber einig: „Die Message lautet, dass die Kunden eine unabhängige SAP haben wollen.“

SAP-Mitgründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner hatte Mitte Mai mit dem Gedanken gespielt, dass SAP ein mögliches Übernahmeziel der US-Konzerne IBM, Microsoft und Google sein könnte. „Es gibt doch nur drei potenzielle Käufer: IBM, Microsoft und Google. Mehr sehe ich nicht“, hatte der mit rund zwölf Prozent an SAP beteiligte Plattner gesagt. Ein interessantes Angebot müsse stets „emotionsfrei“ geprüft werden, mit keinem der drei Konzerne bahne sich aber etwas an. Plattner und die SAP-Mitgründer Dietmar Hopp und Klaus Tschira halten - teilweise über Stiftungen - zusammen rund 32 Prozent an SAP. Gegen ihren Willen wäre eine Übernahme kaum denkbar.

SAP arbeitet mit dem weltgrößten Software-Anbieter Microsoft und dem Computertechnik-Konzern IBM technologisch zusammen, Google gilt als führende Internet-Suchmaschine. Mit Microsoft hatte SAP vor zwei Jahren Übernahmegespräche geführt, diese aber ergebnislos wegen hoher Komplexität abgebrochen.

In seinem Kernmarkt Unternehmenssoftware ist SAP mit dem US-Anbieter Oracle ein großer Wettbewerber erwachsen. Der bisher auf Datenbanken spezialisierte Oracle-Konzern hat mehrere große Software-Anbieter wie JD Edwards, Peoplesoft und Siebel Systems übernommen und dafür umgerechnet rund 15,5 Mrd. Euro ausgegeben. SAP verfolgt eine andere Strategie setzt darauf, dass Oracle noch viel Zeit zur Integration der zugekauften Unternehmen braucht. SAP erwirbt nur kleine Software-Anbieter, um Nischen zu besetzen und die Produktpalette zu erweitern.

Den verschärften Wettbewerb mit Oracle um die Firmenkunden spürt SAP vor allem beim Preis, wie Kagermann einräumt. Oracle verfolge eine aggressive Preisstrategie, um in den Markt vorzustoßen. Mit Rabatten auf die Software-Lizenzen versuchen SAP und Oracle seit gut einem Jahr, sich gegenseitig Kunden abzuwerben. Über die Tochter Tomorrow-Now hat SAP eigenen Angaben zufolge bislang 121 Kunden von Oracle abgeworben, das sind gut ein Prozent des Kundenstamms von Oracle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%