European Games Group: Das Geschäft mit dem Gaming

European Games Group
Das Geschäft mit dem Gaming

Das Geschäft mit Gratis-Spielen für Gelegenheits-Daddler boomt weiter. Auch der Münchener Unternehmer Johannes Sevket Gözalan mischt da mit. Er will seine European Games Group zu einem Branchenriesen machen.

MünchenFür ein kleines Computerspiel nebenher während der Arbeit hat Johannes Sevket Gözalan wohl weder die Zeit, noch die Muse. Der Münchener ist leidenschaftlicher Unternehmer. Im blauen Anzug mit rosa Hemd sitzt der 55-jährige Deutsch-Türke in einem Münchener Luxushotel und erläutert mit intensiven Gesten und leuchtenden Augen sein Geschäftsmodell. „Ich bin kein Gamer“, sagt er, „doch ich wollte schon immer Games machen.“

Das Potenzial von Online-Spielen hatte Gözalan schon früh gesehen. Als Chef des Spielemagazin-Herausgebers Computec gründete er einst die größte Online-Internetseite für World-of-Warcraft-Spieler. „Mir war immer klar, dass Spiele einer der großen Treiber im Internet sein wird.“ Heute vermarktet er Online-Games, die nebenher auf dem Rechner oder dem Handy gespielt werden können.

Dabei setzt er auf eine in der Branche ungewöhnliche Arbeitsteilung: Spiele-Entwickler können mit fertig und auf eigene Kosten entwickelten Spieler zu einer European Games Group kommen. Die vermarktet das Spiel dann weltweit. Die Einnahmen werden geteilt. „Du brauchst als Entwickler heute keinen mehr, der dich enteignet“, sagt Gözalan. Er selbst muss im Gegenzug nicht das oft große und kostspielige Risiko der Spiele-Entwicklung tragen.

Bislang geht die Rechnung auf. Mit Spielen wie „Hero Zero“ oder dem aus Frankreich kommenden Kochspiel „Tasty Tale“ will die Gruppe den Nettoumsatz im laufenden Jahr auf 14 Millionen Euro erneut verdoppeln, wenn die aktuelle Finanzierungsrunde klappt. Mittelfristig sollen die Erlöse dann auf 45 Millionen Euro steigen. Auf längere Sicht hält Gözalan auch mehr als 100 Millionen Euro bei operativen Umsatzrenditen von mehr als 25 Prozent für möglich, wenn die Gruppe bei den Hits das richtige Händchen hat.

Gözalans Vision ist es, dass die European Games Group das größte Entwicklernetzwerk der Welt wird. Derzeit wirbt der Mehrheitseigentümer bei Investoren für eine neue Finanzierungsrunde. Mit dem Erlös soll vor allem die weltweite Marketingkraft verstärkt werden. „Natürlich kann ich mir auch irgendwann einen Börsengang vorstellen“, sagt Gözalan.

Die Computerspielebranche ist zwar keine einfache, aber eine attraktive. Laut den Marktforschern von der GfK gibt es mehr als 33 Millionen Computerspieler in Deutschland. Der Markt für Computer- und Videospiele ist ohne die Hardware knapp zwei Milliarden Euro groß.

Die European Games Group ist auf sogenannte Browser-Games spezialisiert, die sich ohne spezielle Konsole spielen lassen. Bei Kindern beliebt ist derzeit zum Beispiel Minion Rush vom Konkurrenten Gameloft, nach eigenen Angaben weltgrößter Entwickler und Herausgeber von Spielen für mobile Geräte. In früheren Jahren war Farmville von Zynga sehr erfolgreich. Weltweit erfolgreichstes Browsergame war zuletzt Candy Crush Saga mit allein 11,7 Millionen täglichen Nutzern auf Facebook. Entwickelt hat das Spiel King, der achtgrößte Spiele-Herausgeber weltweit mit einem Umsatz von zuletzt 1,5 Milliarden Euro. An der Spitze steht Sony mit knapp zehn Milliarden Euro.

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Das Geschäft mit dem Gaming

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Das Unternehmen besetzt eine Nische

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