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Satellitenbetreiber SES entdeckt Afrika

Europas größter Satellitenbetreiber SES Astra will sich Afrika erschließen. „Wir sehen in Afrika einen wichtigen Wachstumsmarkt. Aus Mangel an Festnetz- und Kabelinfrastruktur ist der Satellit die einzige Möglichkeit für Telefonie und Internet“, sagte Vorstandschef Ferdinand Kayser dem Handelsblatt. Der Satellitenkonzern setzt vor allem auf den hohen Bedarf von internationalen Firmen.

LUXEMBURG. Im Gegensatz zu Europa und Nordamerika gibt es in den afrikanischen Ländern so gut wie kein Festnetz. Daher kommt Satelliten für Mobilfunk und Internet eine Schlüsselfunktion zu. „Den afrikanischen Markt zu entwickeln ist kein Honigschlecken. Doch wir wissen, dass große Firmen ein Interesse an verlässlichen Kommunikationsverbindungen haben“, sagt Kayser. In Afrika müssen die Anbieter von Kommunikationsdiensten bei der Überschreitung von Landesgrenzen zahlreiche rechtliche und politische Hürden überwinden.

Derzeit arbeitet SES daran, eine Satelliten-Plattform für den afrikanischen Markt aufzubauen, die Mitte 2006 in Betrieb gehen soll. Diese Infrastruktur soll dem Satellitenbetreiber einen Umsatzschub bringen. „In Afrika gibt es eine hohe Nachfrage und keine Überkapazitäten“, sagt Kayser. Bisher sind die Luxemburger in Nigeria, Ghana und Südafrika mit eigenen Mitarbeitern vor Ort. Ab 2007 will SES auf dem ganzen Kontinent präsent sein.

Doch noch sind die Umsätze auf dem Kontinent bescheiden. In diesem Jahr wird SES nach Unternehmensangaben in Afrika nur einen „kleinen zweistelligen Millionen-Betrag“ erwirtschaften. Zum Vergleich: Die Konzernmutter SES Global erzielte 2004 Erlöse von 1,15 Mrd. Euro. Insbesondere wegen des schwachen Dollar musste der Konzern einen Umsatzrückgang hinnehmen. Im ersten Quartal dieses Jahres stagnierte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 290 Mill. Euro. Der Nettogewinn stieg von 75 auf 84 Mill. Euro.

Im Gegensatz zu Europa stehen die Kunden in Afrika offenbar nicht unter Preisdruck. SES-Astra-Chef Kayser: „Die im Vergleich zu Europa hohen Preise für Satellitenkommunikation sind in Afrika für die meisten Kunden kein Hindernis.“ Die Konzerne, allen voran die Ölförderer, brauchen eine verlässliche Kommunikationsinfrastruktur in Afrika und sind bereit, dafür hohe Gebühren zu zahlen.

Im Gegensatz zu Europa wird die Übertragung von TV-Programmen nur eine Nebenrolle spielen. Es gebe von gemeinnützigen Organisationen eine hohe Nachfrage, heißt es bei SES Astra. Aber riesige Umsätze lassen sich mit Bildungsprogrammen nicht machen.

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