Everything Everywhere
France Telecom will Telekom-Joint-Venture behalten

Es bleibt alles wie es ist. Das sagt zumindest die France Telecom. Der britische Mobilfunker Everything Everywhere soll nicht verkauft werden. Man sei glücklich mit dem Joint-Venture zusammen mit der Deutschen Telekom.
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Marseille/LondonDer britische Mobilfunkkonzern Everything Everywhere steht nach Aussagen von France Telecom nicht zum Verkauf. Die Franzosen, die den Marktführer zusammen mit der Deutschen Telekom betreiben, treten damit Spekulationen entgegen, dass sie das Unternehmen bald losschlagen wollen. Sollte ein Interessent genug Geld bieten, könnte sich das aber ändern.

„Wir sind glücklich mit dem Joint-Venture“, sagte France-Telecom-Chef Stephane Richard am Donnerstag. „Die Deutschen sind glücklich dabei zu sein, sie wollen nicht verkaufen. Auch wir wollen nicht verkaufen.“ Interessante Angebote wolle er aber prüfen. „Falls wir eine Offerte erhalten, die Sinn ergibt, werden wir uns die natürlich anschauen, aber das heißt nicht, dass wir sie akzeptieren werden.“

Einen Kaufinteressenten gab es auch schon. Tom Alexander, der die Leitung von Everything Everywhere vor einem Jahr abgab, habe vor sechs Monaten Finanzinvestoren angesprochen, um ein acht Milliarden Pfund schweres Kaufangebot für den Mobilfunker auf die Beine zu stellen, sagten Investmentbanker vor einigen Tagen. Die Firmen, darunter KKR, CVC und Providence, hätten aber nicht mitziehen wollen. Mittlerweile sei ein Gebot noch unwahrscheinlicher geworden, da sich die Lage an den Finanzmärkten weiter verschlechtert habe, hieß es.

France Telecom und die Deutsche Telekom hatten ihre britischen Mobilfunktöchter 2010 zusammengelegt, um die Kosten um 3,5 Milliarden Pfund zu drücken. Dieses Ziel sollte vor allem durch die Zusammenlegung der beiden Handynetze erreicht werden. Es hatte aber länger als erhofft gedauert, bis das Gemeinschaftsunternehmen die erhofften Einsparungen brachte.

Aus einem Guss ist die Firma aber noch nicht. So vermarkten Franzosen und Deutsche ihre Handy-Dienste immer noch unter den alten Namen Orange und T-Mobile an die insgesamt 27 Millionen Kunden. Everything Everywhere heißt nur die Holding.

Ausgezahlt hat sich für die beiden Eigner, dass der Mobilfunkkonzern seit Anfang des Jahres erstmals auf dem Fremdkapitalmarkt aktiv ist. Durch Anleihen wurden drei Milliarden Pfund aufgenommen, sagte ein Telekom-Sprecher. Die neue finanzielle Flexibilität erlaube es dem Unternehmen, eine Zusatzdividende von 250 Millionen Pfund an die beiden Besitzer zu überweisen.

Everything Everywhere habe auch nach der Zahlung genug Geld, um die Geschäfte und sein Netz auszubauen, betonte der Sprecher. Im abgelaufenen Jahr schüttet der britische Branchenprimus regulär bereits knapp 700 Millionen Pfund Gewinnbeteiligung an die beiden Gesellschafter aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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