Ewige Ruhe im Internet

Das digitale Datenleben nach dem Tod

Das Internet ist für Viele Teil des Lebens. Doch was passiert mit den Daten, wenn man selbst nicht mehr Teil des Lebens ist. Wer sorgt sich um die ewige Ruhe im Netz? Einige Experten haben sich das zur Aufgabe gemacht.
Was passiert mit den privaten Daten, wenn der User nicht mehr am Leben ist? Quelle: dpa
Digitales Erbe

Was passiert mit den privaten Daten, wenn der User nicht mehr am Leben ist?

(Foto: dpa)

BerlinWer heutzutage stirbt, ist längst nicht tot. Im digitalen Zeitalter geistern immer häufiger verwaiste Facebook-Profile oder Kundenkonten durch die Netzlandschaft. Wenn im realen Leben meist Angehörige den Nachlass regeln wollen, stoßen sie in der virtuellen Welt vielfach an ihre Grenzen. Doch nicht nur Verwandte brauchen Hilfe: Der Tod im Netz stellt auch Firmen vor Herausforderungen – und öffnet für manchen Unternehmer neue Türen.

Marktplatz, Videodienst, Partnerbörse – für jede Plattform ein Account, für jede Mitgliedschaft ein Passwort. Neun von zehn Internetnutzern haben laut einer Studie des IT-Verbands Bitkom allerdings nicht festgelegt, was im Todesfall mit ihren Daten passieren soll. Diese aufzuspüren und zu löschen, hat sich das Berliner Start-up Columba zur Aufgabe gemacht. Die digitalen Nachlassverwalter prüfen mit Hilfe eines patentierten Prozesses die Datenbanken diverser Online-Firmen. Knapp 250 Partnerschaften gebe es bislang, sagt Sprecherin Anne Mahncke – darunter Ebay, Spotify und Amazon. Anschließend erhalten die Erben eine Liste mit Seiten, auf denen der Verstorbene aktiv war.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Bindeglied zwischen Endkunde und der Berliner Firma sind die Bestattungsunternehmen, die den Dienst zum Pauschalpreis buchen. Seit dem Markteintritt 2013 hat Columba nach eigenen Angaben bereits über 1000 Bestatter ins Boot geholt. Die Online-Anbieter profitieren davon, den Status der Kunden überprüfen zu lassen – denn wer will schon Newsletter an Verstorbene schicken oder mit verwaisten Datensätzen arbeiten?

Auch Birgit Aurelia Janetzky arbeitet täglich an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod. Vor fünf Jahren gründete die studierte Theologin die Firma Semno. Anfangs knackte sie selbst Passwörter von Verstorbenen und stöberte in deren Vergangenheit, doch diese Dienstleistung hat sie inzwischen abgegeben. „Ich berate Unternehmen, die digitalen Nachlass in ihre Produktpalette integrieren wollen“, erklärt die Expertin aus Denzlingen in der Nähe von Freiburg.

Dienstleistungsmarkt für Präsenz im Internet entwickelt sich rapide
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