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07.01.2007 
Insolvente Handyfirma

Ex-Daimler-Manager soll nach BenQ greifen

Das Geheimnis um die ominöse Investorengruppe, die Interesse an der Übernahme der insolventen Handyfirma BenQ Mobile anmeldete, ist angeblich teilweise gelüftet. Experten hegen allerdings Zweifel, ob die Gruppe ernsthafte Chancen hat, den Zuschlag für die Siemens-Altlast zu bekommen.

Steht still: BenQ-Fertigungsstätte in Kamp-Lintfort. Foto: dpaLupe

Steht still: BenQ-Fertigungsstätte in Kamp-Lintfort. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ist der ehemalige Leiter der IT-Abteilung von Daimler-Benz, Hansjörg Beha, involviert. Der EDV-Experte war bereits Anfang der neunziger Jahre bei dem Autobauer ausgeschieden und heuerte dann bei dem an der New Yorker Börse gelisteten Software-Dienstleister LHS an, den er bis 1999 mit dem Juristen Wolf Gaede führte.

Beha und Gaede halten heute gemeinsam mit befreundeten Investoren Beteiligungen an zahlreichen kleineren Firmen in der IT-Branche, darunter den Software-Unternehmen Caatoosee und matrix42. Neben Landesbürgschaften von rund 100 Millionen Euro fordern die überwiegend in den USA lebenden Interessenten von Siemens einen finanziellen Ausgleich für die Übernahme von rund 800 Beschäftigten. Zudem wollen die Investoren die Namensrechte weiter nutzen, die der taiwanesische Konzern BenQ hält.

Nach einer Meldung der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vom Samstag verlangt das Investoren-Konsortium für die Fortführung des Betriebes auch die kostenlose Beschäftigung der 800 ehemaligen BenQ-Mitarbeiter, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind und Einkünfte aus der Kasse der Bundesagentur für Arbeit und von Siemens beziehen. Sie sollen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, ohne dass der neue Eigentümer zahlen müsste, schreibt das Blatt.

Der Gesamtbetriebsrat von BenQ Mobile, Michael Leucker, bezeichnete den Poker um ein Fortführungskonzept für BenQ Mobile als „momentan nicht ganz durchschaubar“. Zu einer kostenlosen Beschäftigung von früheren BenQ-Mitarbeitern sagte Leucker, dies sei „mit vielen Fragezeichen versehen, sowohl moralisch als auch rechtlich“. Das Sozialgesetzbuch sehe die Möglichkeit eines Probearbeitsverhältnisses vor - „auf der anderen Seite darf das nicht missbraucht werden“.

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