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Ex-Infineon-Chef weist Vorwürfe zurück

Der ehemalige Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat Vorwürfe zurückgewiesen, er sei in die Schmiergeldaffäre bei dem Halbleiterkonzern verwickelt und habe beim Börsengang mehr Aktien als erlaubt erhalten.

dpa MüNCHEN. Der ehemalige Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat Vorwürfe zurückgewiesen, er sei in die Schmiergeldaffäre bei dem Halbleiterkonzern verwickelt und habe beim Börsengang mehr Aktien als erlaubt erhalten. „Ich kann beweisen, dass alle Vorwürfe gegen mich haltlos sind“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Montag.

Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge sollen allein Siemens- Vorstände und Aufsichtsräte im Rahmen des Programms „Friends & Family“ zum Infineon-Börsengang Aktien im Wert von 20 Mill. Euro erhalten haben. Schumacher habe samt Familie und Treuhändern über Aktien im Wert von fünf Mill. Euro verfügt. Schumachers Umfeld habe allerdings von einer deutlich geringeren Summe gesprochen, schreibt das Nachrichtenmagazin. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwäge rechtliche Schritte. „Wir prüfen, ob hier Kleinanleger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurden“, sagte die Münchner Anwältin Daniela Bergdolt dem Nachrichtenmagazin. „Das könnte Schadenersatzansprüche gegen Infineon und Ulrich Schumacher nach sich ziehen.“

Schumacher wies im „Tagesspiegel“ den Vorwurf entschieden zurück, er habe beim Börsengang von Infineon im März 2000 mehr Aktien bekommen, als ihm zustanden. „Ich habe in Absprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden - übrigens auch nach seiner ausdrücklichen Aufforderung - Infineon-Aktien gezeichnet. Und zwar so viele wie möglich, weil Siemens die Verbindung des Vorstands zum Unternehmen fördern wollte“, sagte Schumacher der Zeitung. Zwischenzeitlich sei sogar in den Aufsichtsratsausschüssen diskutiert worden, den Vorstand zu verpflichten, „ein Mindestkontingent von bis zu zwei Jahresgehältern abzunehmen“.

Dass ein Vorstandskollege im Rahmen des so genannten „Friends-and-Family“-Programms sein persönliches Kontingent nicht ausgeschöpft und treuhänderisch Aktien für Schumacher erworben habe, sei „auch nach Meinung von Aktienrechtlern nicht angreifbar“. Auch seien die Aktien nicht innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr verkauft oder Einnahmen nicht versteuert worden. „Ich habe alle Einnahmen beim Verkauf eigener Aktien korrekt versteuert“, sagte Schumacher. Gegen ihn werde in dieser Frage nicht ermittelt. Jeden Kauf und Verkauf von Infineon-Aktien habe er dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden gemeldet.

Sollte Infineon wegen der Schmiergeldaffäre die Auszahlung noch ausstehender Bezüge stoppen, will Schumacher den Konzern verklagen. „Ich habe kein Unrecht begangen“, unterstrich Schumacher im „Tagesspiegel“. Seine Anwälte hätten deshalb den Infineon- Aufsichtsratschef aufgefordert, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ soll es dabei um eine Summe von über vier Mill. Euro gehen. Der Chipkonzern hatte wegen Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Schumacher die Abfindungs-Zahlungen auf Eis gelegt. Schumacher soll teure Autos unter Wert erstanden haben, lautet ein weiterer von ihm zurückgewiesener Vorwurf.

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