Exklusive Verhandlungen
Springer buhlt um Online-Vermarkter

Das Medienhaus Axel Springer setzt bei seinem Expansionskurs im Internet nicht nur bei Inhalten an, sondern auch bei der Vermarktung derselben: Angeblich verhandelt der Konzern seit Monaten mit den Gründern des Werbevermarkters Zanox über einen Kauf des Unternehmens und will dafür tief in die Tasche greifen.

HB BERLIN. Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Dienstag berichtet, steht ein Kaufpreis von mehr als 300 Millionen Euro für die 260-Mitarbeiter-Firma zur Debatte. Zanox, das von seinen drei Gründern geführt wird, verhandele seit September mit diversen Interessenten. Inzwischen sei nur noch Springer im Rennen. In etwa einem Monat werde mit einem Ergebnis gerechnet: Entweder gehe Zanox an Springer - oder an die Börse. Das Unternehmen, das zu einem möglichen Kauf durch Springer nicht Stellung nehmen wollte, bereitet nach eigenen Angaben einen Börsengang im Herbst vor. Auch Springer wollte sich zu den angeblichen Verhandlungen nicht äußern.

Interesse an Zanox haben dem Bericht zufolge zunächst auch andere Unternehmen bekundet. So sei zuletzt noch die schweizerische PubliGroupe im Rennen gewesen, ein Marketing- und Dienstleistungsunternehmen für Medien und Werbetreibende. Genannt wurden außerdem der Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch und das Web-Unternehmen AOL, das kürzlich erfolglos für die schwedische Internet-Werbefirma TradeDoubler bot und beim Rennen um den US-Onlinevermarkter Doubleclick das Nachsehen hatte. Doubleclick soll für 3,1 Milliarden Dollar an den Internet-Suchmaschinenbetreiber Google gehen.

Zanox wurde nach den Angaben auf der Internetseite des Unternehmens im Jahr 2000 von Thomas Hessler, Jens Hewald und Heiko Rauch gegründet, den aktuellen Vorständen. Seitdem vermarktet die Firma Werbung im Internet, zählt sich zu den deutschen Marktführern in der Branche und wirtschaftet profitabel. Zanox operiert nach eigenen Angaben auch im Ausland und hat zahlreiche Großkunden wie Daimler-Chrysler, Quelle, Vodafone oder Allianz.

Die Axel Springer AG hat sich für 2007 zum Ziel gesetzt, vor allem im digitalen Geschäft zu expandieren. So gründete sie im Februar gemeinsam mit dem Waren- und Versandhauskonzern Karstadt-Quelle eine Plattform für den elektronischen Handel. 2006 hatte Springer die Mehrheit am Betreiber der Produktsuchmaschine Idealo.de erworben.

Werbung im Internet zählt in Deutschland zu den am stärksten wachsenden Anzeigensegmenten. Der Bruttoumsatz des Online-Werbemarktes legte 2006 nach Angaben des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft um 84 Prozent zu auf 1,9 Milliarden Euro zu. Für 2007 wird eine Steigerung auf 2,5 Milliarden Euro erwartet.

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