Exklusive Verhandlungen über Verkauf
Potenzieller Investor für Autoradio-Sparte von Grundig

Die Verkaufsbemühungen bei der insolventen Grundig AG zeigen offensichtlich erste Früchte. Für die nicht von der Insolvenz betroffenen Autoradio-Sparte Grundig Car Inter-Media System (GCIS) sei ein potenzieller Investor gefunden worden, teilte Grundig am Mittwoch mit.

HB NÜRNBERG. Während die Suche nach Investoren für das Grundig-Kerngeschäft offenbar nach wie vor schleppend verläuft, scheint der insolvente Unterhaltungselektronikkonzern beim Verkauf seines CarAudio-Bereichs voran zu kommen.

Für die Tochter Grundig Car Inter-Media System (GCIS) sei eine Exklusivvereinbarung mit einem potenziellen Investor unterzeichnet worden, teilte Insolvenzverwalter Siegfried Beck am Mittwoch in Nürnberg mit. Auch für die anderen Bereich lägen diverse Angebote vor - eine Aussage, die der Pleite gegangene Unterhaltungselektronikanbieter allerdings schon seit Monaten wiederholt. Der Name des GCIS-Interessent wurde nicht genannt. In der Vergangenheit war mehrfach spekuliert worden, die japanische Fujitsu Ten, die bereits eine Minderheit an der Sparte hält, wolle den Bereich übernehmen.

Das Amtsgericht Nürnberg hatte am 1. Juli das Insolvenzverfahren über die Grundig AG wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Die Gesellschaft hatte Mitte April nach jahrelanger ergebnisloser Suche nach einem finanzstarken Investor Insolvenzantrag gestellt. Ursprünglich sollte das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Max Grundig gegründete und einst 38 000 Mitarbeiter starke Traditionsunternehmen damit von Altlasten befreit und schließlich als Ganzes verkauft werden. Mangels Interessenten kündigte Beck aber die Aufspaltung an.

Noch vor der Pleite hatte Grundig mehrfach voreilig die definitive Rettung des Konzerns verkündet und sich dabei meist auf Absichtserklärungen von Investoren verlassen.

Beck bekräftigte in der Mitteilung, Grundig stehe nicht unter Zeitdruck und habe auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin breite Unterstützung des Fachhandels erhalten. Allerdings hatten die Franken selbst auf der Messe eingeräumt, im Kerngeschäft - also bei TV- und Video-Geräten sowie bei Stereoanlagen - Umsatzverluste von bis zu 50 % zu verbuchen. Zudem war aus Aufsichtsratskreisen bereits in der Vergangenheit verlautet, die Zahl ernstzunehmender Kaufinteressenten sei überschaubar.

Als Interessenten für das TV-Geräte-Geschäft gelten die taiwanesische Sampo, die türkische Beko sowie D'Long aus China. Allerdings dürften alle potenziellen Käufer lediglich am Markennamen Grundig sowie am Vertriebsnetz interessiert sein.

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