Expansionskurs
Springer sucht Partner in Russland

Gemeinsam sind wir stark: Das Medienunternehmen Axel Springer ist in Russland auf der Suche nach Kooperationspartnern. Grund dafür ist das lahmende Geschäft im Osten, der russische Markt ist hart umkämpft. Über potenzielle Allianzen wird viel spekuliert und einige interessante Bündnispartner haben sich bereits herauskristallisiert.

DÜSSELDORF/MOSKAU. Der Medienkonzern Axel Springer plant den Ausbau seines Zeitschriftengeschäfts in Russland. Derzeit sucht der Berliner Printkonzern nach einem Kooperationspartner: „Wir stehen einer Zusammenarbeit mit anderen Verlagen positiv gegenüber“, heiß es in der Konzernzentrale.

In den vergangenen Tagen waren in Moskau Spekulationen aufgetaucht, Springer könne sich mit 25 Prozent an der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ beteiligen. Im Gegenzug würde sich dann „Kommersant“ mit 25 Prozent an Springer Russland beteiligen. In Unternehmenskreisen wird eine solche Überkreuzbeteiligung aber als abwegig bezeichnet. Vor den russischen Wahlen stünden Beteiligung an einflussreichen Medien sowieso nicht zur Disposition, meinen Sachkenner. Gespräche über eine Kooperation fanden aber statt.

Springer spielt bisher in Russland, dem größten Medienmarkt Europas, nur eine bescheidene Nebenrolle. „Wir sind mit vier Zeitschriftentiteln noch klein in Russland“, bekennt eine Konzernsprecherin. In Russland gibt Springer seit drei Jahren in Lizenz das monatliche Wirtschaftsmagazin „Forbes“ und das wöchentliche Nachrichtenmagazin „Newsweek“ heraus. Im Frühjahr vergangenen Jahres startete die russische Ausgabe von „Computer-Bild“ und im November 2006 das wöchentliche People-Magazin „OK!“. Über die Erlös- und Ertragssituation macht der Konzern keine Angaben. Doch Vorstandschef Mathias Döpfner sagte zuletzt, in Russland seien die Anzeigenerlöse stark gestiegen. Derzeit gibt es um die Expansion von Springer zahlreiche Spekulationen. Die russische Handelsblatt-Partnerzeitung RBK Daily berichtete, Springer werde sogar einen Anteil von 49 Prozent seines Russlandgeschäfts an den Kreml-nahen Oligarchen Alischer Usmanow verkaufen, dem unter anderem die Zeitung „Kommersant“ gehört. Der Wert des Russlandgeschäfts belaufe sich insgesamt auf rund 50 Mill. Dollar.

Springer dementiert ein solches Vorhaben. Branchenkenner erwarten, dass „Forbes“ und „Newsweek“, die ein Mitspracherecht bei einem solchen Geschäft hätten, niemals Usmanow als Mehrheitseigner zustimmen würden. Ebenfalls aus politischen Erwägungen scheiterten Gespräche mit einem ukrainischen Medienunternehmer, der auch in Russland Titel besitzt.

Vor allem politische Magazine haben es zunehmend schwer. In der Berliner Konzernzentrale kippte die Stimmung daher auch schon mal komplett gegen das russische Engagement. Derzeit steht aber ein Ausstieg aus dem schnell wachsenden Printmarkt in Russland nach Verlagsangaben nicht zur Debatte.

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