Expansionsmöglichkeiten
Gruner + Jahr setzt auf Asien

Europas größter Zeitschriftenkonzern setzt auf die Wachstumsmärkte China und Indien. Schon jetzt ist China ein wichtiger Partner für Gruner + Jahr. Und das Zeitschriften- und Internetgeschäft des Landes wächst rasant.
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HamburgDie Zukunft für Gruner + Jahr liegt nicht mehr nur in Europa, sondern zunehmend auch in Asien. Europas größter Zeitschriftenkonzern („Stern“, „Brigitte“) setzt auf die Wachstumsmärkte China und Indien. Dort verhandelt die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann über Zukäufe. „Wir sondieren den indischen Markt nach Akquisitionsmöglichkeiten“, sagte Gruner + Jahr-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). „Indien ist mit einem Zeitschriftenumsatz von rund einer halben Milliarde Dollar und Wachstumsraten von deutlich mehr als zehn Prozent für uns ein hochattraktiver Wachstumsmarkt, in dem wir expandieren wollen.“ Bislang ist Gruner + Jahr im indischen Markt erst seit zwei Jahren nur mit der Zeitschrift „Geo“ mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren vertreten.

Auch in China locken hohe Renditen. „Wir sehen uns in China nach weiteren Expansionsmöglichkeiten um“, sagt Klein. Das Land ist beim Umsatz nach Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und den USA bereits das sechstwichtigste für Gruner + Jahr. Die Plätze für die umsatzstärksten Märkte könnten bald getauscht werden. Denn das Zeitschriften- und Internetgeschäft in der Volksrepublik wächst wie nirgendwo sonst im Gruner + Jahr-Reich. „Wir werden auch in diesem Jahr in China den Umsatz wieder um über 20 Prozent steigern“, kündigt Klein an. „Durch die wachsende Mittelschicht in China gewinnen wir ständig neue Leser. Deshalb bin ich für die weitere Entwicklung in China sehr optimistisch.“

2011 zeichnet sich einer neuer Erlösrekord ab. Absolute Zahlen zu Erlösen und Erträgen nennt der Verlag traditionell nicht. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist China das profitabelste Land bei Gruner + Jahr.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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