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13.11.2006 
Chefwechsel bei der Telekom

Experte: „Aufsichtsrat macht Ricke zum Sündenbock“

Aktionärsschützer haben den Rücktritt von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke positiv aufgenommen. Der Wechsel an der Spitze des Konzerns sei konsequent, teilte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) mit. Telekom-Experte Torsten J. Gerpott äußerte dagegen heftige Kritik am Aufsichtsrat der Deutschen Telekom und warf dem Gremium Aktionismus vor.

Kai-Uwe Ricke Foto: dpaLupe

Kai-Uwe Ricke Foto: dpa

hac/HB DUISBURG. „Hier wird Symbolpolitik gemacht. Kai-Uwe Ricke muss für eine Entwicklung gehen, die sich seit längerem abzeichnet und die er nicht allein zu verantworten hat“, kritisiert Torsten J. Gerpott, Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmens- und Technologieplanung sowie Telekommunikation an der Universität Essen-Duisburg. „Der Aufsichtsrat will Handlungsfähigkeit beweisen und sucht einen Sündenbock für Fehler, die er in der Vergangenheit selber mit zu verantworteten hat. Das ist ein Beispiel für schlechte Aufsichtsratsarbeit, schlechte Corporate Governance“, sagte Gerpott im Gespräch mit Handelsblatt.com.



Von Rene Obermann erwartet Gerpott keinen radikalen Richtungswechsel. „Was Ricke angefangen hat - Personalabbau, neue Produkte und die Ausgliederung von Betriebsteilen, um Löhne und Gehälter zu senken -, wird Obermann fortführen.“

Zugleich warnte Gerpott davor, Obermann nur als Zwischenlösung einzusetzen. „Das Unternehmen braucht schnell ein neues, handlungsfähiges Top-Management. Wenn das Hick-hack noch weiter gehen würde, wäre das auch ein Armutszeugnis für den Aufsichtsrat und Herrn Zumwinkel.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Die Shareholder-Seite sollte mehr Geduld haben.“

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