Experten erwarten starken Rückgang der Quoten
ARD und ZDF stehen harte Zeiten bevor

Nicht "König Ottos" Griechen, sondern ARD und ZDF sind die eigentlichen Gewinner des Sommers. Fußball-Europameisterschaft - egal ob mit oder ohne deutsche Beteiligung - und die ersten Etappen der Tour de France haben schon jetzt die Einschaltquoten in die Höhe getrieben. Dieser Sportsommer mit den noch bevorstehen Olympischen Spielen ist für die Konkurrenz sicherlich ein hartes Stück Brot. Doch ob der Super-Sommer ARD und ZDF auf längere Sicht nützt und die Zuschauer den Sendern treu bleiben, muss sich noch zeigen.

HB HAMBURG. „Die Zuschauer verfolgen die Sportereignisse deswegen, weil sie Sportfans sind, und nicht deswegen, weil sie eine besondere Affinität zu den Sendern haben“, sagt Lutz Erbring vom Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Danach sei der Weg für die Privatsender frei. „Die EM und die Olympischen Spiele sind starke, punktuelle TV-Ereignisse“, sagt RTL-Sprecher Christoph Körfer. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass mit deren Ende die Quoten für die übertragenden Sender wieder auf das normale Niveau fallen.“ Das bewiesen bereits die Tage nach der EM.

Auffällig ist, dass sich fast alle privaten Mitstreiter über einen sehr langen Zeitraum mit Innovationen zurückhalten. Im Vergleich zum zuletzt vorausgegangenen Sommer mit Fußball-EM und Olympia im Jahr 2000 kommt erschwerend hinzu, dass die Werbeflaute die Konkurrenz zusätzlich davon abhält, während der Sportübertragungen neue Programme zu riskieren. Die zum Teil noch recht vagen Ankündigungen für neue Shows, Serien und Filme beziehen sich alle auf den Herbst. Termine werden gegenwärtig nur in wenigen Fällen genannt. Die Angst vor einer Gegenprogrammierung ist zu groß.

Am mutigsten verhält sich zur Zeit noch der Münchner Privatsender ProSieben, der mitten im Sommerloch seine neue Realityshow „Die Alm“ über einen Zeitraum von zwei Wochen platziert hat. Der Start am Sonntagabend war mit 2,78 Millionen Zuschauern und mehr als 13 Prozent Marktanteil recht verheißungsvoll. Im Herbst will ProSieben nachlegen: Mit „The Swan“ folgt eine Realityshow rund ums Schönerwerden, dann ist ein weiteres Projekt mit dem Titel „Hire or Fire“ geplant, in dem ein Kreis von Kandidaten darauf hofft, einen Job in der neuen Firma des TV-Produzenten John de Mol zu ergattern. RTL hält sich nach dem Sommer mit voreiligen Ankündigungen fürs Herbstprogramm zurück. Die Werbekunden sind noch nicht informiert.

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