„Exzessives Preisniveau“ befürchtet
Kauf von Fußball-Rechten im Visier der EU-Kommission

Die EU-Kommission hat den Kauf von Fußball- Übertragungsrechten durch kommerzielle Tochtergesellschaften öffentlich-rechtlicher Sender unter die Lupe genommen.

HB BRÜSSEL. Dabei gehe es unter anderem um den Zuschlag für die 1. Fußball-Bundesliga in der Saison 2003/2004 an die ARD. Die ARD und DSF hätten zusammen rund 55 Mill. € gezahlt, hatte es zu Vertragsabschluss geheißen. Es könnte mit Rechtekäufen dieser Art ein „exzessives Preisniveau“ geschaffen werden, hieß es am Montag in Kommissionskreisen.

Die Behörde schickte ein Auskunftsersuchen an die Berliner Bundesregierung, das bis Mitte Mai beantwortet werden soll, verlautete in Brüsseler Kommissionskreisen. Ein Verfahren ist mit diesem Schritt noch nicht verbunden. Im April vergangenen Jahres hatte sich der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT/Berlin) in Brüssel beschwert. Er will erreichen, dass die Rundfunkgebühren in Deutschland gesenkt werden. Der VPRT hatte im besonderen die Wiederverwendung von Programmen in kommerziellen Sparten der öffentlich-rechtlichen Sender ins Visier genommen.

In Brüssel wird vermutet, dass sich Töchter öffentlich-rechtlicher Sender eine Rechtepaket für Fußball-Länderspiele bis einschließlich 2009 für insgesamt rund 400 Mill. € - also rund 50 Mill. € pro Jahr - sichern wollen. Im Visier sind auch die Rechtevergabe für DFB-Pokalspiele und für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Ein Verfahren der Kommission würde sich nicht grundsätzlich gegen die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland richten. Diese hat Brüssel bisher nie in Frage gestellt. Es könnte hingegen um die Verhältnis der kommerziellen Töchter zu ihren Rundfunk-„Müttern“ gehen.

Erst im vergangenen Oktober hatte die Kommission darauf gedrungen, das öffentlich-rechtliche Fernsehsender ihr Stammgeschäft und ihre kommerziellen Töchter deutlicher als bisher trennen. Damit sollen mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten privater Anbieter verhindert werden, hatte es geheißen.

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