Fabrik-Ausbau
Steuerzahler fördert AMD

Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices, besser bekannt als AMD, steckt Milliarden in den Ausbau seines Standortes Dresden. Die Politiker überschlagen sich mit Lobeshymnen. Wenn es aber darum geht, wie hoch die Subventionen sind, herrscht Schweigen.

HB DRESDEN. Durch die Erweiterung der Chipfabrik sollen in den nächsten drei Jahren bis zu 420 Arbeitsplätze geschaffen werden, teilte das Unternehmen am Montag in Dresden mit. Nach den Plänen wird eines der beiden bestehenden Werke so aufgerüstet, dass praktisch eine neue Fabrik entsteht. Das Vorhaben kostet 2,5 Mrd. Dollar. Derzeit beschäftigt AMD in Dresden rund 2 800 Mitarbeiter. Nach Unternehmensangaben entstanden darüber hinaus gut 4 000 Arbeitsplätze bei Zulieferern.

Die Investition sei Ausdruck des Vertrauens in den Standort Dresden, sagte Hans Deppe, erster Mann von AMD in Sachsen. Die AMD-Mitarbeiter würden bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein an vorderster Front der weltweiten Technologieentwicklung tätig sein. Dresden sei der größte Standort von AMD im Ausland.

Der auch für den Aufbau Ost zuständige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach von einem glücklichen Tag für Dresden, die neuen Länder und Deutschland. Die Entscheidung sei angesichts eines gnadenlosen Wettbewerbs um die Marktführerschaft im Hochtechnologiebereich aber auch für Europa von immenser Bedeutung. Sachsens Regierungschef Georg Milbradt (CDU) sprach von einem wichtigen Signal. Dresden habe sich damit endgültig zum führenden europäischen Mikroelektronik-Standort entwickelt. Die Europäische Union rief er auf, den Standort weiter gezielt zu fördern und dabei den Schwerpunkt auf Industriepolitik statt Regionalpolitik zu legen. Ohne Subventionen in Forschung und Entwicklung werde Europa den internationalen Wettlauf nicht gewinnen können.

Über die Höhe der Förderung für die aktuelle Großinvestition wurden keine näheren Angaben gemacht. AMD teilte mit, die Gespräche mit der Europäischen Union liefen noch. Tiefensee erklärte, AMD könne mit einer Investitionszulage des Bundes rechnen. Sachsens AMD-Manager Deppe sagte, der Großteil der Investition stamme aus dem operativen Gewinn von AMD.

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