
Analysten sehen einen weiteren Grund für die harte Landung auf dem Parkett darin, dass sich Facebook und die Konsortialbanken beim IPO schlicht verkalkuliert haben könnten. Die Preisspanne war zunächst erhöht, der Ausgabepreis am oberen Ende festgelegt und der Emissionsumfang ausgeweitet worden. "Die begleitenden Banken sind im Sinne der Aktienverkäufer gierig geworden", urteilte der Investmentstratege Bill Smead, der keine Papiere gekauft hat. "Sie haben den Preis so hoch getrieben, dass es am ersten Tag keinen großen Auftrieb mehr gab."
Das überraschend schwache Debüt der Internet-Kontaktbörse am US-Aktienmarkt dürfte vorerst zwar kaum die Geschäftsaussichten des rasant wachsenden Unternehmens beeinträchtigen. Doch für die Emissionsbanken - allen voran Morgan Stanley - bedeutet es einen herben Rückschlag. Einige Marktteilnehmer berichteten, die Bank habe den Kurs mit massiven Stützungskäufen über dem Ausgabeniveau gehalten. Konsortialführer sind dazu zwar nicht verpflichtet, greifen im Zweifel aber auf diese Praxis zurück.
Morgan Stanley nimmt Börsenunterlagen zufolge IPO-Gebühren von 67 Millionen Dollar ein. Nach Reuters-Berechnungen hätte Morgan Stanley aber fast zwei Milliarden Dollar nur dafür ausgegeben, wenn die Bank allein in den letzten 20 Minuten des Handelstages alle bei rund 38 Dollar gehandelten Papiere aufgekauft hätte. Morgan Stanley lehnte eine Stellungnahme ab.
Die technischen Pannen beim Sprung aufs New Yorker Parkett beschäftigen nun die US-Börsenaufsicht. Sie leitete am Freitag nach Handelsschluss eine Untersuchung der Vorgänge ein, die Investoren und Broker stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Order gelassen hatten. Die Technologiebörse Nasdaq erklärte, sie wolle die in der ersten halben Stunde des Computerhandels eingegangenen Bestellungen in einem Offline-Verfahren bereinigen. Kreisen zufolge plante der Handelsplatz dafür das Wochenende durchzuarbeiten.
An den US-Börsen häuften sich zuletzt die Pannen: Erst vor einer guten Woche ging an der Nasdaq der viel kleinere Börsengang von Andina Acquisition schief, als eine ganze Serie von Bestellungen zurückgegeben werden musste.

Ich glaube, die FB-Aktie wird genauso an Wert verlieren wir die von GM. Als GM wieder an die Börse ging waren bis zu 34 Dollar pro Aktie zu zahlen. Heute nur noch 21 Dollar.

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