Facebook arbeitet an neuem Tool
Der „Gefällt mir nicht“-Button kommt

Das Ende der Hurra-Kultur: Facebook-Nutzer werden künftig per Klick signalisieren können, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Der Schritt ist richtig – und wird das soziale Netzwerk authentischer und erwachsener machen.

Menlo ParkEin Video aus dem Urlaub, Fotos vom Dinner oder der schnelle Flitzer an der Straßenecke – aus diesen heiter bis launigen Inhalten besteht traditionell ein Großteil dessen, was Nutzer bei Facebook posten. Doch in jüngster Zeit, angesichts der weltweiten Flüchtlingskrise, stößt das Netzwerk zunehmend an die Grenze dessen, was es mit dem Kommentar oder „Gefällt mir” ausdrücken kann. Die schockierende Aufnahme des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen am Strand des türkischen Bodrum, nein, die lässt sich wahrhaftig nicht „liken“.

Gründer Mark Zuckerberg hat sich deshalb zu einem Schritt entschlossen, der die Philosophie seiner Firma verändern wird. Facebook entwickle einen „Gefällt mir nicht“-Button („Dislike“), erklärte der 31-Jährige bei einer Veranstaltung im Firmen-Hauptquartier in Menlo Park. „Die Leute wollen seit Jahren einen "Dislike-Button", hunderte Menschen fragten danach, und heute ist der Tag, an dem ich endlich sagen kann, dass wir daran arbeiten und es nicht mehr lange dauern wird, bis eine Testversion auf den Markt kommt.“

Allerdings dürfe man dies nicht so verstehen, ergänzte der Manager, als könnten Nutzer über Beiträgen dann buchstäblich den Daumen senken und sie degradieren. Vielmehr könnten Posts künftig anders als nur rein positiv bewertet werden. „Die Nutzer wollen Empathie auszudrücken können. Nicht jeder Moment ist ein guter Moment“, erklärte Zuckerberg. „Wenn ein Nutzer etwas teilt, das traurig ist wie die Flüchtlingskrise, das den Nutzer berührt, oder etwas über ein verstorbenes Mitglied der Familie, könnte es sich falsch anfühlen, diesen Post zu "liken"“.

Facebook wird damit seiner wachsenden gesellschaftlichen Relevanz gerecht. Zuckerberg ist Chef eines virtuellen Weltreiches mit rund 1,4 Milliarden Menschen. Das sind mehr Einwohner als die USA, Europa und Russland zusammen haben. Dazu kommen 300 Millionen Nutzer des Bilderdienstes Instagram sowie 900 Millionen auf WhatsApp, das Facebook im vergangenen Jahr übernahm.

Seite 1:

Der „Gefällt mir nicht“-Button kommt

Seite 2:

Das Ende der Hurra-Kultur

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%